Unfruchtbarkeit der Frau: Ursachen und Anzeichen

Für viele Paare gehören Kinder zur Lebensplanung unbedingt dazu. Es bleibt trotzdem jedes achte Paar ungewollt kinderlos. Dabei sind die Ursachen für Unfruchtbarkeit und einen unerfüllten Kinderwunsch sehr vielfältig und manchmal schwer zu verstehen. Ein Verständnis für die Ursache und Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit ist auch die Grundlage für eine Therapie in einem Kinderwunschzentrum. Gründe für Unfruchtbarkeit können sowohl bei der Frau als auch beim Mann liegen. Wir möchten Ihnen im folgenden Artikel die wichtigsten Ursachen und Symptome für Unfruchtbarkeit vorstellen.

Symbolfoto Blüte – Unfruchtbarkeit bei Frauen, Anzeichen und Ursachen

Unfruchtbarkeit bei Frauen erkennen: Anzeichen und Symptome

Es ist nicht einfach, erste Symptome für eine weibliche Unfruchtbarkeit zu erkennen. Nach Absetzen von Verhütungsmitteln wie der Pille kann es ein Jahr oder länger dauern, bis es auf natürliche Weise zu einer Schwangerschaft kommt. Zudem nimmt die Fruchtbarkeit jeder Frau mit fortgeschrittenem Alter ab. Auch kann die Ursache für eine Sterilität beim Mann liegen (z.B. wegen geringer Menge oder Qualität der Spermien). Insbesondere können folgende Symptome Anzeichen für eine mögliche Unfruchtbarkeit sein:

  • Unregelmäßiger Zyklus / ausbleibender Eisprung,

  • Sehr starke Regelschmerzen (Dysmenorrhoe),

  • Zwischenblutungen (Metrorrhagie),

  • Schwache Blutungen (Hypomenorrhoe),

  • Besonders lange, starke Monatsblutungen (Hypermenorrhoe),

  • Chronische Unterleibsschmerzen,

  • Vorerkrankungen wie Endometriose, Myome, PCOS

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,

  • Weitere Hinweise: Hirsutismus, Akne, Haarausfall (Hyperandrogenismus),

  • Wiederholte Fehlgeburten.

Ursachen weiblicher Unfruchtbarkeit im Überblick

Die Gründe für eine eingeschränkte Fruchtbarkeit bei der Frau gehen mit verschiedenen Anzeichen und Symptomen einher. Bei betroffenen Frauen werden häufig folgende Ursachen für Unfruchtbarkeit diagnostiziert:

Hormonelle Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit

Das Eibläschenwachstum wird von Hormonen in der Hirnanhangsdrüse gesteuert. Das luteinisierende Hormon (LH) ist dafür zuständig, dass der Eisprung ausgelöst und Gelbkörper gebildet werden. Die Gelbkörperproduktion wird neben LH auch von Progesteron angeregt. Das sogenannte Gelbkörperhormon ist für die Einnistung der Eizelle zuständig. Ein Mangel an Progesteron erschwert die Einnistung deutlich und kann zur Sterilität führen.


Eine ganz ähnliche Aufgabe hat das follikelstimulierende Hormon (FSH): Es regt die Reifung des Eis im Eierstock der Frau an. Durch Hormonstörungen können die wichtigen Aufgaben von FSH und LH unterbrochen oder sogar gänzlich ausgesetzt werden. Häufig werden zu geringe Mengen von diesen Hormonen produziert, sodass das Eibläschen nicht vollständig heranreift und demzufolge nicht springen kann. Diese Störung kann anlagebedingt sein, aber auch bei jungen Frauen, die sehr intensiv (Leistungs-)Sport treiben oder stark untergewichtig sind, auftreten.


Die Erfüllung des Kinderwunsches kann auch durch die Erhöhung des Hormons Prolaktin verzögert oder sogar verhindert werden. Das Hormon ist für die Milchbildung während der Stillphase verantwortlich und verhindert bei Nicht-Schwangeren den Eisprung. Gründe für die Erhöhung können zum Beispiel Stress, eine Unterfunktion der Schilddrüse, die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder Tumore in der Hirnanhangsdrüse sein.


Bei Frauen besteht daneben die Gefahr, dass männliche Hormone, also Testosteron, aus der Nebenniere, aus dem Eierstock oder – bei Übergewicht – aus dem Gewebe in die Blutbahn kommen. Eine Erhöhung von männlichen Hormonen im weiblichen Körper kann ebenfalls den Eisprung verhindern. Ausgeprägt ist dies bei einem PCO-Syndrom oder einem late-onset AGS (Adrenogenitales Syndrom) der Fall. Das late-onset AGS ist ein leichter Gendefekt, der die Produktion männlicher Hormone in der Nebenniere auslöst.


Die meisten Hormonstörungen verursachen bei den Frauen Zyklusstörungen. Das bedeutet, dass entweder ein zu kurzes oder zu langes Zyklusintervall entsteht, es zu Zwischenblutungen oder prämenstruellen Schmierblutungen kommen kann. Das Problem kann also bereits früh durch solche typischen Symptome erkannt werden.




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PCO-Syndrom und Fruchtbarkeit

Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen der Frau, ca. 5 – 10 Prozent aller geschlechtsreifen Frauen sind in Deutschland davon betroffen. Die typischen Merkmale sind ein unregelmäßiger weiblicher Zyklus, bedingt durch einen unregelmäßigen Eisprung. Die möglichen negativen Folgen sind ein unerfüllter Kinderwunsch, ungewollte Gewichtszunahme, verstärkte Körperbehaarung, Akne und Haarausfall.

Unfruchtbarkeit durch Eileiterverschluss

Bei einem Verschluss der Eileiter (auch Ovidukt) oder einer gestörten Funktion der Eileiter kann der Samen des Mannes nicht bis zu dem befruchtungsfähigen Ei gelangen. Auch der nächste Schritt für das Zustandekommen einer Schwangerschaft kann also nicht stattfinden, da die befruchtungsfähige Eizelle die Gebärmutter nicht erreicht.


Möglichen Gründen für einen Verschluss der Eileiter können unter anderem sein: Verwachsungen nach einer Bauchoperation, Infektion durch verschiedene Erreger oder Endometriose. Es kann sein, dass nur einer der beiden Eileiter verschlossen ist. Leider steigt dadurch auch das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft deutlich an. Die Eileiterdurchgängigkeit kann gynäkologisch abgeklärt werden.

Veränderungen in der Gebärmutter als Ursache für Unfruchtbarkeit

Bei den Veränderungen in der Gebärmutter muss man genauer zwischen genetischen Defekten und erst später auftretenden Störungen unterscheiden. Die angeborenen Fehlbildungen erschweren die Einnistung des Embryos und können zu vermehrten Fehlgeburten führen. Fast ein Drittel aller Frauen über 30 Jahren haben gutartige Knoten in der Gebärmutterwand, sogenannte Myome. Je nach Lage und Größe können Myome die Fruchtbarkeit dennoch beeinträchtigen.


In der Gebärmutterschleimhaut, dem Endometrium, können größere Polypen die Einnistung des Embryos behindern. Bei manchen Frauen, insbesondere nach mehreren Ausschabungen, ist die Schleimhaut so stark beschädigt, dass sie sich bis zum Eisprung nicht ausreichend aufbauen und den Embryo aufnehmen kann. Eine Schwangerschaft kommt deshalb nicht oder nur schwer zustande.

Endometriose und Kinderwunsch

Endometriose ist eine grundsätzlich gutartige Erkrankung der Frau, bei der sich das Endometrium außerhalb der Gebärmutterhöhle befindet und dort zu lokalen Entzündungsreaktionen führt. Sie kann die Eierstöcke, die Eileiter, das Bauchfell, aber auch die Harnblase, den Darm und in seltenen Fällen weitere Organe betreffen. Unfruchtbare Frauen wissen lange Zeit gar nicht, dass sie von Endometriose betroffen sind, dies wird häufig erst bei einer Untersuchung wegen des unerfüllten Kinderwunsches diagnostiziert. Es wird geschätzt, dass ca. 20 – 50 Prozent aller Kinderwunschpatientinnen eine Endometriose haben.


Wie kann man Endometriose besonders früh erkennen? Häufig verursacht die Endometriose Schmerzen bei der Regelblutung und/oder beim Verkehr. Sie kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, indem sie die Eileiter verschließt, im Eierstock zu einer Zystenbildung führt und die Eizellreserve mindert.

Lebensstil & Unfruchtbarkeit bei Frauen

Auch eine ungesunde Lebensweise durch Rauchen, Alkohol, übermäßigen Kaffeekonsum, viel Stress, Über- bzw. Untergewicht aber auch übermäßig viel körperliche Arbeit können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Das gilt in weiten Teilen entsprechend auch für die Fruchtbarkeit des Mannes. Stress kann die Libido und Qualität von Spermien ebenfalls beeinträchtigen. Andersherum sollten Frauen und Männer mit Kinderwunsch also möglichst extreme körperliche Belastung meiden und auf eine gesunde Lebensweise achten.

Diagnose weiblicher Unfruchtbarkeit: So läuft die medizinische Abklärung ab

Bevor eine Behandlung beginnt, steht immer die sorgfältige Diagnose. Im Gespräch werden Zyklusverlauf, Beschwerden und mögliche Vorerkrankungen erfasst. Anschließend folgen Blutuntersuchungen auf wichtige Hormone wie FSH, LH, Östradiol, Progesteron sowie Prolaktin und Schilddrüsenwerte. Häufig wird auch das AMH bestimmt, um einen Eindruck von der Eierstockreserve zu erhalten. Ein transvaginaler Ultraschall zeigt, wie sich Gebärmutter und Eierstöcke darstellen und ob Auffälligkeiten wie Polypen oder Myome vorliegen. Um auszuschließen, dass ein Eileiterverschluss die Chance auf eine Schwangerschaft mindert, kann die Durchgängigkeit der Eileiter mithilfe eines Kontrastmittels überprüft werden; nur bei bestimmten Fragestellungen ist eine Spiegelung erforderlich. Zur vollständigen Abklärung gehört außerdem das Spermiogramm des Partners, da Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch bei beiden liegen können. Am Ende werden alle Befunde zusammengeführt und die nächsten Schritte verständlich besprochen..

Hinweis: Bei Frauen unter 35 Jahren empfiehlt sich eine Abklärung, wenn nach etwa zwölf Monaten trotz Kinderwunsch keine Schwangerschaft eingetreten ist -  ab 35 Jahren bereits nach sechs Monaten oder früher bei starken Beschwerden oder auffälligen Anzeichen.

Therapie bei Unfruchtbarkeit der Frau: Welche Möglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich immer nach Ursache, Alter und Befundlage. Ziel ist es, die natürlichen Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern und – falls erforderlich – gezielt medikamentöse, operative oder assistierte Verfahren einzusetzen. Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, wird nach Aufklärung gemeinsam festgelegt.

  • Lebensstiloptimierung: Rauchstopp, moderates Gewicht, Bewegung, Stressmanagement, moderater Koffeinkonsum.

  • Ovulationsinduktion und Hormontherapie: z. B. bei PCOS oder Lutealphasenschwäche.

  • Operative Optionen: Myom/Polyp-Entfernung, Septumkorrektur, Endometriose-Sanierung, Adhäsiolyse.

  • Begleittherapien nach Befund: z. B. Schilddrüsentherapie, Prolaktinsenkung, Insulinresistenz-Management.

  • Assistierte Reproduktion: Insemination, IVF/ICSI – abhängig von Ursache und Alter.

Auf jeden Fall sollten Personen, die Anzeichen von Unfruchtbarkeit zeigen, einen Arzt aufsuchen, wenn sie denken, dass sie eine Behandlung zur Unterstützung der Reproduktion benötigen.