Eileiterschwangerschaft: Anzeichen, Ursachen, Risiken und Behandlung

Bei der Eileiterschwangerschaft nistet sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern in der Eileiterschleimhaut ein. Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter wird grundsätzlich operativ beendet. Nach einer Eileiterschwangerschaft kann eine Frau durchaus nochmal schwanger werden und ein Kind bekommen. Die Eileiterschwangerschaft betrifft etwa ein bis zwei Prozent aller Schwangerschaften. Trotz aller typischen Symptome, wie etwa der ausgebliebenen Periode, morgendlicher Übelkeit oder schmerzender Brüste, erfüllt sich der Kinderwunsch bei einer Eileiterschwangerschaft nicht.

Eierstock (Ovarium)

Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die eine Einnistung der Eizelle in der Schleimhaut des Eileiters (Ovidukt) begünstigen können. Zu den wichtigsten Ursachen gehören:

  • Endometriose, eine Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut,

  • übermäßiger Zigaretten- und Alkoholkonsum,

  • vergangene hormonelle Kinderwunsch-Behandlungen wie zum Beispiel eine künstliche Befruchtung,

  • Entzündungen der Eileiter,

  • Operationen im Bauchraum und

  • höheres Alter der Mutter.

Bei der Endometriose verbreitet sich außerhalb der Gebärmutter ein der Gebärmutterschleimhaut ähnliches Gewebe. Häufig kommt es dabei während der Periode zu starken Schmerzen. Durch die Verwachsungen kann die Eizelle gehemmt werden, sodass sie entweder nur schwer zu ihrem Ziel – der Gebärmutter – gelangt oder gar völlig durch ein Hindernis ausgebremst wird.


Ähnliches gilt für zurückliegende Operationen im Bauchraum. Narbengewebe kann den Weg zu einer natürlichen Schwangerschaft versperren. In einer Kinderwunschklinik kann häufig eine Lösung für das Problem gefunden werden. Zudem muss es bei einem weiteren Versuch nicht zu einer erneuten Eileiterschwangerschaft kommen.


Durch Zigaretten und Alkohol wird das Immunsystem geschwächt und Schadstoffe kommen in den Blutkreislauf. Dadurch wird die Geschwindigkeit der Eizelle im Körper maßgeblich beeinflusst. Es kann sein, dass sich die Frucht auf dem Weg in die Gebärmutter zu langsam bewegt.


Die häufigste Ursache sind allerdings akute Erkrankungen bzw. Entzündungen im Eileiter der betroffenen Frauen. Der Ovidukt funktioniert dann nicht richtig und kann die befruchtete Eizelle nicht an den vorgesehenen Ort leiten.

Anzeichen und Symptome der Eileiterschwangerschaft

Für schwangere Frauen ist es schwer, eine Eileiterschwangerschaft selbst zu erkennen. Die Symptome sind denen einer normalen Schwangerschaft zunächst sehr ähnlich und völlig unauffällig. Im Laufe einer normalen Schwangerschaft würde sich die winzige befruchtete Eizelle im ersten Monat durch den Eileiter in die Gebärmutter bewegen und sich dort zur weiteren Entwicklung einnisten. Das kann sie nicht tun, wenn sie auf ein Hindernis – wie zum Beispiel Verwachsungen durch Endometriose – trifft. Eine Eileiterschwangerschaft entsteht. Wichtig ist nun, dass diese, mitsamt ihrer möglicherweise irreführenden Symptome, früh erkannt wird. In der sechsten bis neunten Woche können Schmierblutungen und sehr starke Bauchschmerzen auftreten. Auch vermeintlich leichte Berührungen können sich anfühlen wie Messerstiche. Meistens ist es allerdings so, dass Schwangere in diesen Wochen schon einen natürlichen Abgang erleiden müssen. Auch wenn ein Mediziner die Eileiterschwangerschaft womöglich nicht sofort auf dem Ultraschall erkennt, sollte er die Diagnose im Laufe der Zeit doch klar stellen können.

Risiken einer Eileiterschwangerschaft

Wird die Eileiterschwangerschaft nicht rechtzeitig erkannt, kann diese für betroffene Frauen lebensbedrohlich werden. Die Eizelle entwickelt sich in den ersten Wochen wie bei einer normalen Schwangerschaft und wächst immer weiter. Irgendwann kann die Last für den Eileiter zu groß sein. Der Ovidukt droht zu platzen. Es kann zu starken inneren Blutungen kommen.


Begeben Sie sich bei Bauchschmerzen im Zweifelsfall umgehend zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus! Hier kann Ihnen schnell geholfen werden. Bei starken Blutungen müssen die Mediziner eine Not-OP vornehmen und die Eizelle und gegebenenfalls sogar den Eileiter operativ entfernen. Ansonsten kann es sein, dass die betroffene Frau durch die Blutung in einen hämorrhagischen Schock verfällt und im schlimmsten Fall ihr Kreislauf zusammenbricht.

Behandlung und Operation

Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter muss in Deutschland grundsätzlich beendet werden. Ein Schwangerschaftsabbruch ist hier also keine persönliche Entscheidung. Die Ärzte versuchen, das medizinische Risiko für die Patientinnen möglichst gering zu halten. Allerdings wird nicht jede extrauterine – also außerhalb der Gebärmutter liegende – Schwangerschaft durch einen operativen Eingriff beendet. In den ersten Wochen oder Monaten löst sich die Frucht häufig selbstständig vom Eileiter.


Regelmäßige Blutkontrollen stellen sicher, dass die Konzentrationen von ß-hCG und Progesteron kontinuierlich sinken und irgendwann nicht mehr im Blut nachweisbar sind. Auch wenn das die häufigste Form der Behandlung ist, bleibt bei Frauen mit akuten Beschwerden meist nur der instrumentelle Schwangerschaftsabbruch mittels OP. Diese kann schon sehr früh stattfinden, sobald der positive Schwangerschaftstest und die Diagnose einer Eileiterschwangerschaft vorliegen. Nach einem verpflichtenden Beratungsgespräch wird der Eileiter ausgeschabt und die Schwangerschaft beendet. Bei der Nachbehandlung kontrollieren die Ärzte nochmals den hCG-Wert im Blut. Die psychischen Folgen sind nicht zu unterschätzen. Frauen sollten sich bei Problemen ärztliche und psychologische Hilfe suchen.

Schwanger werden nach Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft bedeutet nicht, dass Betroffene nicht mehr schwanger werden können. Schon nach wenigen Monaten kann dem Kinderwunsch erneut nachgegangen werden. Die Wahrscheinlichkeit für positiv verlaufende Schwangerschaften ist allerdings unter anderem abhängig von der Behandlung der früheren Eileiterschwangerschaft.


Das Journal für Reproduktionsmedizin „Human Reproduction“ hat dazu eine Studie veröffentlicht. Es wurden Patientinnen je nach Aktivität der Eileiterschwangerschaft in zwei Gruppen unterteilt. In den Gruppen wurden jeweils die medikamentöse mit der konservativ chirurgischen, sowie die konservativ chirurgische mit der radikal chirurgischen Methode verglichen. Die Forschungsgruppe konnte zeigen, dass kein signifikanter Unterschied in der Fruchtbarkeit der Frauen zwischen medikamentöser, konservativer und radikaler Chirurgie innerhalb der folgenden zwei Jahre bestand, wenn sie wieder schwanger werden wollten.


Je nach Aktivitätsgrad der Eileiterschwangerschaft können demnach bei vergleichbarer Fruchtbarkeit nach den verschiedenen Verfahren weitere Faktoren – wie zum Beispiel das Operations- und Narkoserisiko, Behandlungsdauer und Rezidivrisiko – berücksichtigt werden. Dies sollte mit der Patientin ausführlich besprochen werden, wobei explizit auf einen Kinderwunsch eingegangen werden kann.