Viele Paare behalten eine Schwangerschaft in den ersten Monaten für sich. Der Grund dafür ist nicht etwa der größere Überraschungseffekt für die Familie, sondern die Angst vor einer drohenden Fehlgeburt (auch als Abort bekannt).

Die Angst ist nicht unbegründet. In Deutschland enden rund 15 von 100 Schwangerschaften mit einem Abort. Dieser Artikel soll zur Aufklärung über eine Fehlgeburt beitragen und Ihnen dabei helfen, Ursachen und Anzeichen zu verstehen.

Wie definiert man eine Fehlgeburt?

Eine Fehlgeburt liegt laut wissenschaftlicher Definition vor, wenn eine Schwangerschaft aus unterschiedlichen Gründen vorzeitig beendet wird und ein höchstens 500 Gramm schwerer Fötus durch den Körper der Frau abgestoßen wird.

Ein Abort muss also nicht unbedingt in den ersten Schwangerschaftswochen stattfinden, weil ein Fötus erst im zweiten Trimester bzw. in der 23. Schwangerschaftswoche dieses Gewicht erreicht.

In den ersten Wochen einer Schwangerschaft kommt es bei vielen Frauen zu natürlichen Aborten, die durch Stress oder Probleme bei der Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter verursacht werden. Die Frau bemerkt Anzeichen dafür entweder gar nicht oder in manchen Fällen durch Blutungen, die etwa so lange wie eine normale Menstruationsblutung dauern. Allerdings treten diese Blutungen zu anderen Zeiten als gewohnt auf.

Von einer Frühfehlgeburt spricht man bis ungefähr zur 16. Schwangerschaftswoche. Die Spätfehlgeburt kann ab der 17. Schwangerschaftswoche eintreten, der Fötus wiegt dabei jedoch noch unter 500 Gramm.

Im Allgemeinen gehen Mediziner davon aus, dass es nach der zwölften Schwangerschaftswoche nur noch viel seltener zu Abgängen kommt. Das erklärt, warum viele Paare bis zu diesem Zeitpunkt warten, um ihrer Familie von der Schwangerschaft zu erzählen.

Wenn es bei der schwangeren Frau schon mehrmals zu einem Abgang kam, spricht man von habituellen Aborten. Dies hat oft immunologische bzw. genetische Gründe.

Insoweit ein Fötus in den Wochen und Monaten vor der Geburt das Gewicht von 500 Gramm übersteigt, spricht man bei einem Abgang bereits von einer Totgeburt. Eine Totgeburt muss immer von einem Arzt oder einer Hebamme begleitet werden, da sie sonst Blutungen und Infektionen bei der Mutter auslösen und äußerst gefährlich werden kann. Eine Ausschabung wird im Großteil der Fälle durchgeführt.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für eine Fehlgeburt?

Leider kann man natürliche Abgänge nicht einfach verhindern und ihnen durch besondere Lebens- und Verhaltensweisen vorbeugen. Sehr wohl können Frauen jedoch Risiken identifizieren und damit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine gesunde und erfolgreiche Schwangerschaft zu erleben.

Natürlich sollten Sie in einer Schwangerschaft vor einer Geburt keinen Alkohol trinken und nicht rauchen, da dies dem Baby sehr stark schaden und zu Schwangerschaftsabbrüchen führen kann. Stress wirkt ebenso negativ auf den Körper und das Baby ein und stört den Hormonhaushalt der Frau gerade in den ersten Wochen der Schwangerschaft.

Das Risiko eines Abgangs steigt massiv, wenn der Embryo genetische Veränderungen aufweist. Das ist unter anderem der Fall, wenn die Chromosomenzahl in seinem Körper nicht stimmt und das Kind nach der Geburt nicht lebensfähig wäre. Der weibliche Körper stößt den Fötus deshalb ab.

In der Zeit vor der Schwangerschaft stellen auch die Eltern selbst bereits ein Risiko dar.

Bei der Mutter können Fehlbildungen der Gebärmutter oder anderer Organe zum Problem werden. Tumore können neben Schmerzen auch Hormonstörungen auslösen. Bei betroffenen Frauen kommt es mit jeder erneuten Schwangerschaft zu einem höheren Risiko an späten Fehlgeburten bzw. frühen Fehlgeburten.

Der Vater andererseits kann defekte Spermien haben, die keine korrekte Befruchtung auslösen können. Des Weiteren kann durch diese Spermien defektes Erbgut transportiert werden.

Ein erhöhtes Fehlgeburt-Risiko für einen Abort besteht außerdem, wenn die werdende Mutter an einer Infektion erkrankt, während sie schwanger ist. In der medizinischen Diagnostik spricht man oft von einer septischen Fehlgeburt, weil Krankheitserreger in die Blutbahn der Mutter gelangen können und mit der Nabelschnur an das Baby weitergegeben werden. Das kann im schlimmsten Fall für das Kind tödlich enden.

Gerade in den ersten Wochen sollten Sie außerdem darauf achten, keine schädlichen Medikamente einzunehmen, die das Fehlgeburtsrisiko erhöhen und negativen Einfluss auf das ungeborene Kind haben könnten.

In unserem Artikel zu Embryotox erklären wir Ihnen, wie Sie als schwangere Frau schnell herausfinden, ob ein Medikament schlecht für Ihr Kind sein könnte. Dadurch können Sie gegebenenfalls Komplikationen vermeiden und neben Frühgeburten oder Fehlgeburten auch Fehlbildungen des Kindes entgegenwirken.

Möglicherweise klingt es zunächst paradox, aber auch ein behandelnder Arzt kann negativen Einfluss auf die Gebärmutter und das Kind einer schwangeren Frau haben. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Mediziner noch weit vor der Geburt Behandlungen durchführt und sich das Risiko für Infektionen erhöht. Mit der Untersuchung des Fruchtwassers kann man zwar unter anderem Krankheiten des Kindes ausschließen, leider steigt dadurch auch das Risiko einer drohenden Fehlgeburt.

Selbstverständlich ist es möglich, nach einer Fehlgeburt noch gesunde Kinder zu bekommen. Allerdings besteht ebenso die Möglichkeit, dass es zu einem sogenannten Abortus habitualis kommt – also mehrfache Fehlgeburten, die aufgrund immunologischer oder genetischer Ursachen entstehen.

An welchen Symptomen bemerkt die Frau eine Fehlgeburt?

So wie die Ursachen, sind auch die Symptome und Anzeichen eines Aborts sehr vielfältig und können bei Frauen sehr unterschiedlich ausfallen. Zu den typischen Anzeichen einer Fehlgeburt zählen unter anderem:

  • Eitriger Ausfluss,
  • krampfartige Schmerzen,
  • Fieber,
  • vaginale Blutungen / Starke Blutungen,
  • Starke Schmerzen im unteren Rücken.

Nicht jede natürliche Fehlgeburt zeigt solche Symptome. Die typischen Anzeichen wie starke Schmerzen oder Blutungen können durchaus ausbleiben, sodass die Fehlgeburt zunächst unbemerkt bleibt.

Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum Beispiel kann sich u.U. die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnisten und Sie werden aus rein medizinischer Sicht nicht schwanger. Eine weitere Ursache für einen unbemerkten Abgang finden wir in einem späteren Stadium der Schwangerschaft. Es kommt vor, dass das Herz des Embryos bzw. ungeborenen Kindes plötzlich einfach zu schlagen aufhört. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet verhaltene Fehlgeburt.

Der Tod des Embryos im Mutterleib fällt häufig nur zufällig beim Ablauf der folgenden Ultraschalluntersuchungen auf. Beobachten Sie Ihren Körper in der Schwangerschaft genau, um die Komplikationen möglichst früh erkennen zu können. Das Fehlgeburtsrisiko ist zum Beispiel dann hoch, wenn Sie keine Bewegungen des Kindes mehr verspüren oder die Morgenübelkeit abrupt endet.

Eine Ausschabung wird auch nach einer verhaltenen Fehlgeburt in kürzester Zeit notwendig, damit der Körper der Frau keinen Schaden nimmt und das tote Kind würdevoll verabschiedet werden kann. Das ist so, weil in der Gebärmutter Reste der Plazenta und des Embryos verbleiben.

Bei unbemerkten Fehlgeburten spielt das Alter der Frau eine große Rolle, weil die Wahrscheinlichkeit mit höherem Alter deutlich ansteigt. Bei einer Frau zwischen 20 und 25 ist das Risiko am geringsten.

Bleiben Sie gerade dann, wenn bei Ihnen genetische Ursachen als erhöhtes Risiko für Abgänge möglich sind, eng im Kontakt mit Ihrem Arzt und fragen diesen bei Unsicherheiten um Rat.

Welche Behandlung folgt auf eine Fehlgeburt?

Ein Arzt entscheidet abhängig von der Art der Fehlgeburt und der typischen Symptome über die weitere Behandlung einer Frau. In einigen Fällen kommt es nicht zu einem vollständigen Abort – einem Abortus completus – sondern nur zu einem Abortus incompletus.

Was bedeutet das? In der Gebärmutter verbleiben Teile der Plazenta oder des Embryos und ein operativer Eingriff mit einer Ausschabung wird notwendig, um Infektionen und folgende Erkrankungen auszuschließen. Erleiden Sie den Abgang aufgrund genetischer Ursachen, kann durch die Ausschabung der Gebärmutter und der Gebärmutterschleimhaut DNA-Material entnommen werden. Das hilft, eine Diagnose zu stellen und die Risikofaktoren vor der nächsten Schwangerschaft zu minimieren.

Wichtig: Auch nach einer Fehlgeburt kann gegebenenfalls der Mutterschutz genutzt werden. Bitte informieren Sie sich dazu bei Ihrem Arzt und Arbeitgeber, um Zeit zu erhalten Ihren Verlust und Schmerz mit einer Therapie zu verarbeiten. Vor einem erneuten Versuch schwanger zu werden, sollten Sie sich medizinisch beraten lassen. Dadurch können Risikofaktoren vermindert und die Chance auf einer Schwangerschaft erhöht werden.

Trauma Fehlgeburt: Wenn das Wunschkind stirbt

Jede Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt gilt als Risikoschwangerschaft und wird unter besondere ärztliche Aufsicht gestellt. Nach wiederholten Fehlgeburten können Kinderwunschbehandlungen in einem Kinderwunschzentrum helfen. Auf FERTILA finden Sie ganz einfach ein Kinderwunschzentrum in Ihrer Nähe. Klicken Sie hier, um direkt zur Suche zu gelangen.

 

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