Bei jedem Paar, das sehnsüchtig auf eine Schwangerschaft hofft, macht sich nach einer Blutung erst einmal Enttäuschung breit. Hat es wieder nicht geklappt? Man sollte die Hoffnung jetzt aber nicht aufgeben.

Bei der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter kann es bei der Frau zu einer Blutung kommen. Diese Einnistungsblutung zeigt eine Schwangerschaft an. Häufig wird die Einnistungsblutung mit der Periode verwechselt. Eine Einnistungsblutung (Nidationsblutung, Implantationsblutung) tritt bei etwa einem Drittel aller Schwangeren auf.

Oft wird die Einnistungsblutung als Anzeichen einer Schwangerschaft nicht erkannt. Woran man die Blutung von der Periode unterscheiden kann und was eine Einnistungsblutung überhaupt ist, möchten wir Ihnen jetzt erklären.

Was passiert bei der Einnistung?

Nachdem die Eizelle durch ein Spermium befruchtet wurde, braucht sie zwischen fünf und zehn Tagen für die Einnistung im Uterus. Noch gibt es wenig Ähnlichkeit mit einem Baby, es ist bisher ein mikroskopisch kleiner Zellenhaufen, eine Blastozyte.

Der Ablauf der Einnistung sieht folgendermaßen aus:

  • Eisprung und Geschlechtsverkehr
  • Befruchtung der Eizelle mit dem männlichen Spermium
  • Wanderung durch den Eileiter in die Gebärmutterhöhle und erste Teilungen
  • Implantation des Ovum in die Gebärmutter und Abschluss der Einnistung
  • Schwangerschaftshormone (HCG) erstmals im Blut nachweisbar

Die fruchtbaren Tage einer Frau sind ungefähr drei Tage vor und direkt am Tag des Eisprungs. Die Chancen, dass die Frau schwanger wird, sind in dieser Zeit am größten. Sobald die Eizelle mit dem männlichen Spermium befruchtet wurde, nimmt sie ihren Weg in die Gebärmutter auf. Dort wird die Zygote schon erwartet: Der Körper hat die ersten Symptome der Schwangerschaft wahrgenommen und Gelbkörperhormone produziert. Diese helfen dabei, dass die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut und empfangsbereit wird.

Durch den Eileiter wandert die befruchtete Eizelle in den ersten Tagen nach dem erfolgreichen Geschlechtsverkehr nun in Richtung der Gebärmutterhöhle an der Gebärmutterschleimhaut entlang. Eine unbefruchtete Zelle würde abgestoßen. Jetzt finden auch die ersten Teilungen des Ovum, das bald zu einem Embryo werden soll, statt.

Im nächsten Schritt vereint sich die Zelle gewissermaßen mit der Gebärmutter – meist an der Hinterwand. Das passiert nach ungefähr sieben Tagen. Ein Film (Ephitel) bildet sich über der Eizelle – sie wird implantiert. Es gibt Frauen, die sagen, dass sie diesen Vorgang im eigenen Körper bei ihrer Schwangerschaft gespürt haben.

In der Zeit der (möglichen) Einnistung sollten Sie auf zu intensiven Sport und Koffein verzichten. Studien belegen, dass durch den entstehenden Stress die Chancen auf eine erfolgreiche Implantation verringert werden. Unterstützen können Sie mit einer ausgewogenen Ernährung, angemessener Bewegung – wie Spazierengehen – und viel Schlaf. Grundsätzlich heißt es aber: Hören Sie auf Ihren Körper!

Was ist eine Einnistungsblutung?

Die Einnistungsblutung wird besonders im medizinischen Zusammenhang auch Nidationsblutung genannt. Das Wort nidus kommt aus dem Lateinischen und steht für „Nest“. Wenn die Eizelle auf dem Weg in die Gebärmutter die Gebärmutterschleimhaut und kleine Blutgefäße verletzt, kann es zu Blutungen kommen. Meistens handelt es sich dabei nur um leichte Schmierblutungen, es kommt nicht zu starken Blutungen. Bei einer Mehrlingsschwangerschaft ist die Wahrscheinlichkeit, dass Gefäße verletzt werden, stärker als bei einer normalen Schwangerschaft.

Gefährlich für das Baby ist die Nidationsblutung übrigens nicht. Sie ist sogar völlig harmlos. Die Verletzungen der Schleimhaut werden vom Körper selbst wieder verschlossen. Dieser Prozess dauert nicht mehr als drei Tage.

Was unterscheidet eine Einnistungsblutung von der Periode?

Die Periode einer Frau dauert im Normalfall zwischen drei und sieben Tagen. Die Nidationsblutung dagegen ist mit einer Dauer von ein bis zwei Tagen deutlich kürzer. Außerdem vergeht nach der letzten Periode ein ganzer Zyklus, der bei einer Frau rund 28 Tage dauert. Da der Eisprung nach der Hälfte des Zyklus eintritt, kann eine Einnistungsblutung nur ca. am 19. – 21. Tag nach der letzten und 7 bis 9 Tage vor der nächsten Periode eintreten.

Manchmal verschieben sich die normale Regelblutung und die Einnistungsblutung aber so weit, dass sie durchaus auch zur selben Zeit auftreten können. Das macht die Unterscheidung noch deutlich schwerer. Da die Schwangerschaftshormone bei einer erfolgreichen Befruchtung dann aber schon ausgeschüttet wurden, können diese durch einen positiven Schwangerschaftstest im Körper nachgewiesen werden und lassen so die Einnistung erkennen.

Die Farbe der Blutung ist ebenso verschieden: Die Nidationsblutung tritt meistens dunkler auf als die Menstruation, die eher mittelrot ist.

Viele Frauen – besonders jene, die an Endometriose erkrankt sind – haben während ihrer Menstruation sehr starke Schmerzen und Bauchkrämpfe. Im Vergleich führen die schwachen Blutungen nur zu leichten Bauchschmerzen. Außerplanmäßige Blutungen können darum heißen, dass Sie schwanger geworden sind und das befruchtete Ei kleine Gefäße in der Gebärmutterschleimhaut beschädigt hat.

Natürlich kann es immer andere Ursachen für eine Blutung in dieser Zeit geben. Gerade bei einem unerfüllten Kinderwunsch kann das bei den Paaren Unsicherheiten auslösen. Konsultieren Sie deshalb einen Arzt oder machen Sie einen Schwangerschaftstest.

Andere Anzeichen für die Einnistung

Nicht jede Eizelle verletzt die Gebärmutterschleimhaut – eine leichte Blutung muss deshalb nicht unbedingt auftreten. Frauen berichten davon, dass sie nur winzige Mengen an Blut bei sich festgestellt haben.  Ein erstes Zeichen für die Nidation und damit eine Schwangerschaft ist daneben der sogenannte Einnistungsschmerz. Beschrieben wird dieser als kaum spürbarer, leichter Schmerz. Ein Ziehen oder Ziepen im Unterleib kann deshalb ein frühes Schwangerschaftsanzeichen sein.

Außerdem kommt es in einigen Fällen zu Schwindel und Übelkeit, sowie einem komischen metallischen Geschmack im Mund. All diese Symptome verschwinden üblicherweise nach kürzester Zeit – wenn der Vorgang der Nidation beendet und die Frau ganz offiziell schwanger ist.

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn bei Ihnen keines der genannten Anzeichen für die Einnistung auftritt. Momentan gibt es noch keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass es Nidationsschmerzen überhaupt gibt. Auch die Einnistungsblutung tritt bei weitem nicht bei jeder Frau auf. Wie auch der Verlauf der Schwangerschaft an sich, ist dies eine völlig individuelle Sache.

 

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