Fruchtbarkeit erhöhen: So erhöhen Sie Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft

Wenn es nicht auf Anhieb mit einer Schwangerschaft klappt, kann es sinnvoll sein, sich mit der eigenen Fruchtbarkeit auseinanderzusetzen. Sie kann durch zahlreiche Faktoren positiv beeinflusst werden. Einige Maßnahmen können die Fruchtbarkeit steigern und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche und gesunde Schwangerschaft erhöhen. Es ist daher doppelt lohnenswert, sich möglichst früh mit dem Thema zu beschäftigen.

Sechs Frauen die an einer Wand lehnen.

Wovon hängt die eigene Fruchtbarkeit ab?

Die Fruchtbarkeit einer Frau ist stark mit dem allgemeinen Gesundheitszustand ihres Körpers verbunden. Besonders hohes oder niedriges Körpergewicht kann sich etwa negativ auswirken. Starkes Übergewicht kann dazu führen, dass der Zyklus stärker schwankt, bei stark untergewichtigen Frauen kann der Eisprung sogar gänzlich ausbleiben.


Neben der physischen Gesundheit spielt auch die Psyche eine wichtige Rolle. Stress, Angst und Schlafmangel bringen gemäß Studien den Hormonhaushalt des Körpers durcheinander und können zu Unfruchtbarkeit führen. Das Stresshormon Adrenalin beeinträchtigt die Reifung der Eizellen. Es gibt Ursachen für eine verminderte Fruchtbarkeit, die sich nicht beeinflussen lassen. Dazu zählen in erster Linie das Lebensalter und etwaige Erkrankungen. Bei Frauen nimmt ab Mitte 30 die Fruchtbarkeit ab, sodass sich die Dauer bis zu einer erfolgreichen Schwangerschaft verlängern kann. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Fetuin-B (ein Eiweiß, das in der Leber gebildet wird) zur Fruchtbarkeit beiträgt, indem es die Aushärtung der Schutzhülle um die Eizelle reguliert. Hier können möglicherweise zukünftig Therapien zur Steigerung der Fruchtbarkeit ansetzen.


Zu den bekannteren Erkrankungen, die ursächlich für einen unerfüllten Kinderwunsch sein können, zählt Endometriose. Dabei wächst die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Durch eine Hashimoto-Thyreoiditis, einer Autoimmunerkrankung, kann sich das Verhalten des weiblichen Zyklus ebenfalls verändern. Bei gravierenden Krankheitsbildern sollte ein Arzt hinzugezogen werden, damit eine erfolgreiche Schwangerschaft möglich wird. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von medikamentösen Therapien bis zu Kinderwunschbehandlungen und künstlicher Befruchtung.


Soweit keine Vorerkrankung die Ursache für eine ausbleibende Schwangerschaft ist, kann die Fertilität grundsätzlich auch ohne ärztliche Hilfe gesteigert werden.

Wie kann ich die Chancen auf eine Fruchtbarkeit natürlich steigern?

Es gibt viele Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, um schwanger zu werden. Bei starkem Unter- oder Übergewicht sollte versucht werden, das Gewicht anzupassen. So steigen das allgemeine Wohlbefinden und der Gesundheitszustand. Unabhängig davon kann Sport helfen die eigene Fruchtbarkeit zu erhöhen. Regelmäßige Bewegung unterstützt viele wichtige Prozesse im Körper. Sport wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt aus. Es ist sinnvoll körperliche Aktivitäten in den Alltag zu integrieren. Dabei muss man nicht gleich ins Fitnessstudio oder in den Sportverein eintreten – einfach öfter zu Fuß gehen oder zuhause Übungen zu machen kann schon einen positiven Effekt mit sich bringen. Allerdings ist auch hier auf eine Balance zu achten: Zu viel Sport und zu starkes Untergewicht können dazu führen, dass der Eisprung, und damit die Fruchtbarkeit, gänzlich ausbleibt.


Rauchen und Alkoholkonsumwirken sich
 gleichermaßen negativ, auf die Chancen schwanger zu werden, aus. Auf hohen Alkoholkonsum sollte unbedingt verzichtet werden, da dadurch der Hormonhaushalt gestört wird. Rauchen wirkt sich bei Frauen negativ auf die Funktion der Eierstöcke aus und beeinträchtigt die Reifung der Eizellen. Auf Zigaretten zu verzichten lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Spätestens in der Schwangerschaft wird Frauen geraten mit dem Rauchen aufzuhören, weil es dem Kind schadet und das Risiko einer Frühgeburt erhöht. Es ist sehr sinnvoll, schon vor der Schwangerschaft den Tabakkonsum zu reduzieren. 


Sollten Sie Medikamente einnehmen müssen, können Sie mit Ihrem Arzt abklären, ob sich diese auf Ihre Fruchtbarkeit auswirken. Dies kann beispielsweise bei Medikamenten gegen Bluthochdruck oder Depressionen der Fall sein. Ein anderes Medikament oder eine alternative Behandlungsmethode können zur Verbesserung der Fruchtbarkeit führen.


Der Weg zur Schwangerschaft kann in manchen Fällen sehr schwierig sein. Daher ist in dieser Zeit Unterstützung vom etwaigen Partner wichtig. Trotz aller Empfehlungen und Vorschriften, sollte beim Verkehr auch das Vergnügen nicht vernachlässigt werden. Dieses hat schließlich ebenso einen positiven Effekt. 


Im Rahmen wissenschaftlicher Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein dediziertes Körper & Geist-Programm die Chance auf eine Schwangerschaft im Rahmen einer IVF stark erhöhen kann. Auch Humor, Lachen und Fröhlichkeit können hier die Fruchtbarkeit verbessern.

Welche Lebensmittel helfen die Fruchtbarkeit zu steigern?

Die Ernährung spielt eine sehr große Rolle für die körperliche Gesundheit und beeinflusst viele Prozesse im Körper. Gesunde Lebensmittel und die richtige Zusammensetzung der Nahrung haben eine kaum zu unterschätzende Bedeutung. Da eine ausgewogene Ernährung die Chancen schwanger zu werden erhöht, lohnt sich ein genauerer Blick auf wichtige Nährstoffe. Grundsätzlich sollten Obst und Gemüse die Basis einer gesunden Ernährung sein. Fleisch sollte hingegen nur in Maßen verzehrt werden. Neben den allgemeinen Richtlinien für eine gesunde Ernährung gibt es Nährstoffe, die sich besonders positiv auf die Fertilität auswirken:


Folsäure ist speziell für Frauen mit Kinderwunsch wichtig, weil sie Zellteilungsprozesse und das Gewebewachstum fördert. Folsäure – auch als Vitamin B9 bekannt – ist in der Schwangerschaft besonders hilfreich. Weil der Folsäurespiegel jedoch nur langsam steigt, ist es sinnvoll, schon früh mit der Aufnahme dieses Vitamins zu beginnen. Lebensmittel mit besonders viel Folsäure sind beispielsweise Kichererbsen, grünes Gemüse, Brokkoli oder Bohnen.


Vitamin E kann den weiblichen Körper bei der Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter unterstützen. Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren wird daher geraten, mehr Vitamin E zu sich zu nehmen als normalerweise. Das Vitamin findet sich zum Beispiel in Eigelb, Paprika oder Sonnenblumenöl.


Kalzium kann den Eisprung fördern, weshalb Frauen empfohlen wird, Milchprodukte zu konsumieren. Dazu zählen besonders Joghurt, Kefir und Quark (übrigens gute Mittel gegen Sodbrennen). Diese Lebensmittel sollten auch beim Mann nicht in der Ernährung fehlen, da sie die Qualität der Spermien erhöhen.


Vitamin B12 und B6 wirken sich sowohl auf die weibliche, als auch die männliche Fruchtbarkeit positiv aus. Vitamin B6 unterstützt den Stoffwechsel von Aminosäuren und bei Männern zusätzlich die Testosteronbildung. Vitamin B12 hilft, die sehr wichtige Folsäure im Körper zu verarbeiten und wird spätestens für Schwangere sehr wichtig. Dieses Vitamin benötigt das Baby nämlich zur Bildung des Nervensystems und des Gehirns. Vitamin B6 findet man in Bohnen, Brokkoli sowie Kartoffeln und Vitamin B12 beispielsweise in Käse, Fisch und Fleisch.


Neben diesen sehr zentralen Nährstoffen gibt es viele weitere, die für Frauen mit Kinderwunsch wichtig sind. Dazu zählen unter anderem Vitamin A, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren. Eine ausgewogene Ernährung ist bei der Familienplanung von großer Bedeutung.

Was kann ich machen, wenn der Kinderwunsch dennoch unerfüllt bleibt?

Da jede Ausgangslage individuell ist, gibt es sehr unterschiedliche Gründe dafür warum es lange dauern kann, schwanger zu werden – oder vielleicht gar nicht funktioniert. Die Ursachen können sowohl bei der Frau als auch beim Mann liegen.


Auch der Mann kann einiges tun, um seine Fruchtbarkeit zu steigern. Ähnlich wie bei Frauen schaden Alkohol, Tabak und Stress der männlichen Fruchtbarkeit. Die Qualität von Spermien leidet außerdem unter einer zu warmen Umgebung. Männer sollten Sitzheizungen und enge Hosen daher besser vermeiden.


Bleibt der Kinderwunsch lange Zeit unerfüllt, können Frauen auch einen Fruchtbarkeitstest für zu Hause durchführen, der einen ersten Einblick in die Hormonwerte gibt und damit Anhaltspunkte für mögliche Ursachen liefert. Aber auch der Mann kann mit einem sog. Spermiogramm beim Arzt die Qualität der Spermien genau überprüfen lassen, um die männliche Fruchtbarkeit besser einschätzen zu können. Für eine umfassende Analyse und Beratung, ist es immer sinnvoll einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann die genauen Ursachen feststellen und Sie individuell auf dem Weg zur Schwangerschaft begleiten.


Übersicht: Die wichtigsten Punkte zur Steigerung der Fruchtbarkeit

  • Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse,

  • auf Entspannung achten,

  • ausreichende Versorgung mit Folsäure, Mineralien und Vitaminen,

  • genaue Beobachtung des weiblichen Zyklus,

  • Geschlechtsverkehr während der fruchtbaren Tage,

  • Vermeidung ungesunder Lebensmitteln wie Alkohol, Kaffee und Zigaretten,

  • ausreichend Sport und Bewegung sowie

  • ein gesundes Gewicht.