• Alter und Fruchtbarkeit

    Alter und Fruchtbarkeit: Fruchtbarkeitskurve

Die Fruchtbarkeitskurve

Das Alter nimmt großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau. Schon mit 35 Jahren ist die Fruchtbarkeit eingeschränkt. Daran ändert auch ein gesunder Lebensstil nichts. Die Fruchtbarkeit nimmt mit zunehmendem Alter deutlich schneller ab als die meisten es vermuten.

Die fruchtbaren Jahre enden bei Frauen früher als bei Männern. Mit durschschnittlich 23 Jahren haben Frauen ihre höchste Fruchtbarkeit.

Je älter Frauen werden, desto mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, während die Wahrscheinlichkeit einer Unfruchtbarkeit ansteigt. Die männliche Fruchtbarkeit erstreckt sich über einen viel längeren Zeitraum, aber auch die Fruchtbarkeit des Mannes nimmt mit zunehmendem Alter ab, wenn auch weniger stark.

FruchtbarkeitskurveQuelle: Management of the Infertile Woman by Helen A. Carcio and The Fertility Sourcebook by M. Sara Rosenthal

Die Fruchtbarkeitskurve stellt Wahrscheinlichkeiten für Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit nach Altersklassen dar. Alle Wahrscheinlichkeiten gelten für Frauen mit normaler Empfängnisbereitschaft. Die grünen Balken stehen für die Empfängniswahrscheinlichkeit, rot zeigt die Unfruchtbarkeits-Wahrscheinlichkeit an.

Frauen wollen immer später Kinder haben

Viele Frauen lassen sich heutzutage Zeit damit, eine Familie zu gründen. Laut Statistischem Bundesamt steigt seit den 80er Jahren der prozentuale Anteil von Frauen, die mit 30 Jahren oder älter ein Kind gebären, dagegen sinkt der entsprechende Anteil bei Frauen unter 30. Die Erfüllung des Kinderwunsches verlagert sich – insbesondere bei Akademikerinnen – immer weiter nach hinten.

Etwa die Hälfte aller Paare im Alter von 30 bis 39 Jahren hatte laut Befragung noch nie Zweifel, dass ihr Kinderwunsch sich erfüllen wird. Unter 39 Jahren wird das Alter als mögliche Ursache für unerfüllten Kinderwunsch fast komplett ausgeblendet, nur sechs Prozent glauben hier, dass das eigene Alter eine Ursache sein könnte. Interessanterweise hat selbst jede vierte Frau über 40 keinen Zweifel an ihrer Fruchtbarkeit und nur jede dritte Frau zwischen 40 und 50 Jahren vermutet ihr Alter als eine Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch.

Die Reserven für Fruchtbarkeit bei der Frau sind begrenzt

Ein Großteil der Frauen überschätzt die eigene Fruchtbarkeit deutlich. Dazu trägt auch die langjährige Verhütung bei. Gedanken an eine ungewollte, ungeplante Schwangerschaft liegen viel näher, als Gedanken an eine mögliche Unfruchtbarkeit.

Ab der Geburt nimmt die Anzahl der Eizellen kontinuierlich ab. Die Qualität der Eizellen nimmt ab dem 35. Lebensjahr deutlich ab. Bei einer von 100 Frauen ist die Eizellreserve bereits vor dem 40. Lebensjahr komplett erschöpft.

Im Gegensatz zu Männern, bei denen kontinuierlich neue Spermien gebildet werden, wird eine Frau bereits mit ihrer gesamten lebenslangen Reserve an Eizellen geboren. Im Laufe des Lebens entstehen keine neuen Eizellen mehr. Bei Geburt sind rund eine Million Eizellen angelegt. Zu Beginn der Pubertät sind davon noch etwa 300.000 Stück übrig. Von diesen 300.000 Eizellen werden im ganzen Leben der Frau nur etwa 300 Stück „springen“.

Frauen bleiben nicht bis zur Menopause fruchtbar. Das durchschnittliche Alter für das Eintreten der „Wechseljahre“ ist 51 Jahre, aber die meisten Frauen können bereits ab Mitte 40 keine Kinder mehr bekommen. Und dies gilt sowohl für eine natürliche Empfängnis, als auch für eine künstliche Befruchtung.

Vielen Paaren könnte eine ungewollte Kinderlosigkeit und eine aufwendige Kinderwunschbehandlung erspart bleiben, wenn die Erfüllung des Kinderwunsches nicht in die ferne Zukunft verschoben wird, sondern bereits in jüngeren Jahren, unter 35 Jahren, angegangen wird.

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Dr. Corinna Mann

Dr. Corinna Mann

Unsere Autorin Dr. Corinna Mann ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Spezialistin für Reproduktionsmedizin. Sie ist seit mehr als 6 Jahren im Bereich Kinderwunsch tätig, aktuell ist sie Leiterin des Standorts Innenstadt des Hormon- und Kinderwunschzentrums an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Frau Dr. Mann studierte Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Harvard Medical School.

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