Jedes 6. bis 7. Paar kann nicht auf natürliche Weise und ohne ärztiche Unterstützung schwanger werden. Zudem werden Frauen in Deutschland immer älter bei der Geburt ihres ersten Kindes. Im Alter nimmt die Fruchtbarkeit der Frau jedoch ab.

Die Kinderwunschmedizin kann Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen auf dem Weg zum Wunschkind. Im internationalen Vergleich ist die Kinderwunschbehandlung in Deutschland sehr erfolgreich. Eine wichtige Herausforderung für die Reproduktionsmedizin liegt in der Sicherung gleichbleibender Erfolgsaussichten bei zunehmendem Alter von Patientinnen.

Zahlen zur Entwicklung von Kinderwunsch-Behandlungen

  • Weltweit wurden bislang mehr als 5 Millionen Kinder mittels künstlicher Befruchtung über IVF (in-vitro-Fertilisation) oder ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) geboren.
  • In Deutschland wurden zwischen 1997 und 2014 insgesamt 250.000 Kinder nach Behandlung außerhalb des Körpers der Mutter geboren. Im Jahr 2014 wurden rund 10.000 Kinder nach IVF, ICSI und Auftauzyklen geboren.
  • Über 2,5% aller lebendgeborenen Kinder des Jahres 2014 wurden außerhalb des Körpers der Mutter geboren. Statistisch gesehen sitzt in jeder großen Schulklasse ein Kind, das sein Leben der künstlichen Befruchtung verdankt.
  • Das Durchschnittsalter der Frauen, die in Deutschland eine Befruchtung außerhalb des Körpers durchführen lassen, liegt seit vielen Jahren stabil bei 35 Jahren; Das Durchschnittsalter der Männer bei 39 Jahren.

Erfolgsquoten und Schwangerschaftsraten der künstlichen Befruchtung

  • Im Jahr 2015 wurden in 134 Behandlungszentren rund 100.000 Behandlungs-Zyklen bei 57.998 Frauen durchgeführt. Die Schwangerschaftsrate nach Durchführung einer IVF oder ICSI betrug pro Embryotransfer im Jahr 2015 31,9%.
  • 72,7% der entstandenen Schwangerschaften führten zur Geburt. Das entspricht einer Geburtenrate von 20,5% pro begonnenem Behandlungszyklus und 23,5% pro durchgeführtem Embryotransfer. Die Fehlgeburtenrate lag bei 20%.
  • Die Schwangerschaftsrate/Erfolgsquote für eine Frau unter 35 Jahren lag bei 35,6% pro Befruchtung. Nur 21,6% der behandelten 40-jährigen Frauen wurden schwanger. Das bedeutet eine altersabhängige Reduktion der Erfolgswahrscheinlichkeit um knapp 40%.
  • Die Befruchtung außerhalb des Körpers ist eine sehr sichere Methode. Die Komplikationen lagen 2015 unter 1%. Eine sehr schwere Überstimulation kam nur noch in 180 von 62.717 Fällen vor (0,29%).

Das sollten Paare mit unerfülltem Kinderwunsch beachten

  1. Die Folgen des Alters auf die Entwicklung der natürlichen Fruchtbarkeit sollten richtig eingeschätzt werden.
  2. Der Wechsel vom eigenen Gynäkologen ins Kinderwunschzentrum sollte rechtzeitig passieren.
  3. Untersuchungen und der Beginn einer Kinderwunsch-Behandlung sollten frühzeitig in Erwägung gezogen werden. Bei der folgenden Behandlung dürfen Paare nicht zu schnell aufgegeben.

Quelle: Jahresbericht Deutsches IVF-Register