Bryophyllum ist manchen Menschen nur als anspruchslose Zimmerpflanze bekannt – die Pflanze kann aber eigentlich viel mehr und wird bei unerfülltem Kinderwunsch verwendet. Lesen Sie im Artikel, wie Bryophyllum den Eisprung und die Einnistung der Eizelle bei einer Frau mit Kinderwunsch unterstützen kann.

Was ist Bryophyllum?

Bryophyllum oder Kalanchoe pinnata ist eine Pflanze, die im Sprachgebrauch auch Brutblätter oder Keimzumpe genannt wird. Die Pflanze gehört zu der Art der Sukkulenten bzw. Dickblattgewächse und besitzt an den Rändern ihrer Blätter sogenannte Brutknospen.

Ursprünglich kommen die Brutblätter aus Madagaskar, wo sie schon seit vielen Jahren als homöopathisches Mittel in der gesamten Zeit der Schwangerschaft, bei Kinderwunsch und zur Verhinderung von vorzeitigen Wehen bekannt sind. In der heutigen Zeit findet man die Pflanze jedoch in fast jedem tropischen Land. Das liegt auch daran, dass sie sich rasend schnell vermehrt und sich bis zu hundert Ableger bilden können.

In die anthroposophische Medizin führte Rudolf Steiner die Keimzumpe zur Unterstützung der Selbstheilungskräfte des Menschens ein. Zunächst war Steiner sich vor allem der positiven Effekte auf Menstruationsbeschwerden wie PMS bewusst.

Für Arzneien werden in der Pharmazie heute hauptsächlich die Blätter zur Herstellung von Extrakten und Presssäften verwendet.

Wie kann Bryophyllum bei Kinderwunsch helfen?

Eine sehr wichtige Frage ist: Hilft Byrophyllum bei Kinderwunsch? Wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Einnahme folgende Wirkungen hat:

  • Verlängerung der letzten Zyklushälfte,
  • allgemeine Erhöhung der Basaltemperatur der Frau,
  • Beruhigung und Entspannung sowie
  • unterstützende Wirkung für Eisprung und Einnistung der Eizelle.

Nehmen Sie die Brutblätter in einer individuellen Dosierung zu sich, verringern sich Zustände wie Angst, Panik oder Stress. Das hilft dem Körper dabei, funktionelle Störungen – wie beispielsweise Entzündungen der Gebärmutter – in Ruhe auszugleichen. Der Wirkstoff wird häufig nach Fehlgeburten, einer (gescheiterten) künstlichen Befruchtung, einem fehlenden oder verkürzten Zyklus und bei seelischen Belastungen eingesetzt.

Helfen kann die Einnahme aber genauso beim Versuch, schwanger zu werden. Probleme wie ein verkürzter Zyklus oder eine zu niedrige Basaltemperatur können – sofern die Homöopathie anschlägt – ausgeglichen werden. Die zweite Zyklushälfte wird verlängert und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden.

Hilft Bryophyllum nun auch bei der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter? Ja. Besonders bei schwangeren Frauen, die schon Erfahrung mit einer Fehlgeburt gemacht haben, unterstützt man in der Frühschwangerschaft bzw. im ersten Trimenon mit der Verabreichung des pflanzlichen Mittels.

Die Wirkung der Heilpflanze ähnelt auffällig jener des Hormons Progesteron. Auch Progesteron hat Auswirkungen auf den Zyklus der Frau und beeinflusst einen unerfüllten Kinderwunsch und den Verlauf einer Schwangerschaft positiv.

Neben der helfenden Wirkung bei unerfülltem Kinderwunsch werden die Brutblätter von Hebammen und Ärzten auch zur Wehenhemmung bei Schwangeren verwendet. Die Keimzumpe entkrampft nämlich den Harn- und Genitaltrakt und dient daher zur Verhinderung vorzeitiger Wehen.

In welcher Form soll man Bryophyllum zu sich nehmen?

Wie viele Tabletten oder Globuli Sie einnehmen müssen oder welche Dosierung das Bryophyllum-Pulver haben sollte, muss mit dem Arzt oder der Hebamme genau abgesprochen werden.

Die Form der Einnahme ist abhängig von der Diagnose, für die das Mittel eingesetzt wird. Für die aktive Wehenhemmung zur Verlängerung der Schwangerschaft empfehlen Mediziner die vorübergehende Gabe von Infusionen. Sobald die akute Notwendigkeit aber vorüber ist, greift man wieder auf die orale Anwendung zurück.

Zumeist gibt es in der anthroposophischen Medizin zwei verschiedene Dosierungen: 30 und 50 Prozent. Welche davon für Sie passend ist, wissen sowohl Ihr zuständiger Arzt und – sofern Sie bereits schwanger sind – die Hebamme. Achten Sie darauf, dass Erfahrung und Offenheit zur Homöopathie bereits vorliegen.

Besonders bekannt ist das Mittel von Weleda. Dieses hat eine Trituration von 50 Prozent und enthält neben den bereits bekannten Brutblättern außerdem noch 500mg Keimzumpenblätter-Presssaft. Hier brauchen Sie sich jedoch nicht wundern – die Zutat verwendet nur einen anderen Namen für den gleichen Inhaltsstoff. Der Keimzumpen-Presssaft könnte ebenso Bryophyllum-Presssaft genannt werden. Das Pulver von Weleda wird dreimal täglich eingenommen und dient der natürlichen Unterstützung der allgemeinen Fruchtbarkeit und in der Schwangerschaft zur Verhinderung von vorzeitigen Wehen.

Auch Wala Bryophyllum comp ist weit verbreitet. In dem Produkt sind drei verschiedene Wirkstoffe enthalten: Argentum metallicum D5, Uterus bovis Glycerolauszug D5, Kalanchoe e foiis ferm 33b D3. Diese Globuli dürfen ein bis drei Mal pro Tag eingenommen werden. Ergänzend zu Bryophyllum Comp kennen wir die Gabe der Tabletten Ovaria Comp.

Grundsätzlich sind sowohl Globuli als auch Pulver in der Apotheke und online rezeptfrei erhältlich, da sie zu den pflanzlichen Mitteln zählen.

Welche Nebenwirkungen hat Bryophyllum?

Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf. Die Verträglichkeit des Pulvers, der Globuli und allen anderen Formen des homöopathischen Mittels werden von der Medizin als sehr hoch eingeschätzt. Trotzdem kennt man zum Beispiel die anregenden Effekte auf den Darmtrakt, die manchen Frauen nach der Anwendung als Durchfall in Erinnerung bleiben.

Dem Kind schadet die Einnahme zu keiner Zeit, auch nicht dann, wenn Sie in der Schwangerschaft noch nicht weit fortgeschritten sind. Kontrolliert werden muss allerdings der Gehalt an Bufadienoliden, die eine Untergruppe der Steroide sind.

Spannend: Normalerweise sind Bufadienolide in dem Drüsensekret von Kröten enthalten. Erfahrungen zeigen, dass eine zu hohe Dosierung ebendieser im schlimmsten Fall zu Problemen mit dem Herz führen können. Das kann sich zum Beispiel als Herzrhythmusstörung zeigen. Wir empfehlen also, das pflanzliche Produkt nie ohne Rücksprache mit dem Arzt zu nehmen.

 

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