Bei einer Ausschabung wird die Gebärmutterschleimhaut operativ entfernt. Der ambulante Eingriff wird etwa bei Fehlgeburten angewandt und immer dann, wenn die Gebärmutterschleimhaut in ihren Ausgangszustand gebracht werden muss.

Ein Arzt verwendet für den Eingriff die sogenannte Kürette, ein besonders scharfes Messer. Mit der Kürette wird Gebärmutterschleimhaut zwischen Gebärmutterhals und Gebärmutterhöhle abgetragen, um damit eine Behandlung oder Diagnose einzuleiten.

Die Ausschabung ist einer der häufigsten gynäkologischen Eingriffe. Die Gebärmutterausschabung wird medizinisch auch als Abrasio uteri, Abrasio oder Kürettage bezeichnet.

Lesen Sie im Artikel wie eine Gebärmutterausschabung abläuft, welche Gründe es für den Eingriff gibt und welche Risiken bestehen.

Welche Gründe gibt es für die Gebärmutterausschabung?

Die Ausschabung kommt insbesondere bei folgenden Problemen als ambulante, direkte Behandlung zum Einsatz:

  • Abbruch einer Schwangerschaft,
  • andauernde Blutungen nach Abschluss der Wechseljahre,
  • Störungen der Monatsblutung, die mit Schmerzen einhergehen,
  • Fehlgeburt und
  • Rückstände in der Gebärmutter nach einer Geburt.

Eine Abtreibung wird in den meisten Fällen mittels Abrasio durchgeführt. Ein Schwangerschaftsabbruch ist möglich bis zur 12. Woche.

Wenn auch nach den Wechseljahren Blutungen zu beobachten sind, ist ebenfalls in den meisten Fällen eine Ausschabung notwendig.

Die Blutung der Frau ist gestört, wenn Blutungen zu lange, zu stark oder außerhalb der regulären Periode auftreten (Zwischenblutungen oder starke Regelblutungen). Blutungsstörungen sind häufig schmerzhaft und können ihre Ursache in gutartigen Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut haben (Polypen).

Vermutlich der bekannteste Grund für die Kürettage ist eine Fehlgeburt. Nach dem Abgang wird das zurückgebliebene Gewebe aus der Gebärmutterhöhle entfernt.

Der ambulante Eingriff ist nicht nach jeder Fehlgeburt notwendig. Nach einiger Zeit stößt der Körper das verbliebene Gewebe auch oft von alleine ab.

Manchmal finden sich auch nach einer „normalen“ Geburt Reste der Plazenta aus der Schwangerschaft in der Gebärmutter. Eine Kürettage ist dann die Voraussetzung dafür, dass sich die Gebärmutter wieder zusammenziehen kann.

Wie läuft eine Ausschabung ab?

Der Eingriff wird im Normalfall ambulant und unter kurzer Vollnarkose in einer gynäkologischen Praxis oder in einer Klinik durchgeführt.

Grundsätzlich ist der Eingriff auch unter lokaler Betäubung möglich. Die Ausschabung findet dann zumeist auf dem gynäkologischen Stuhl ambulant statt.

Hat eine Patientin Blutungen oder sonstige Komplikationen während der Operation, entscheidet sich der Arzt möglicherweise für eine längere und stationäre Beobachtung im Krankenhaus.

Vor der Operation wird zunächst der Genitalbereich desinfiziert. Das kann vor oder nach einer Vollnarkose sein. Mit einem speziellen Instrument – dem Spekulum – öffnet und dehnt der Frauenarzt anschließend den Muttermund, um bei dem Eingriff den Weg zur Gebärmutter frei zu haben.

Anschließend wird ein löffelartiges Instrument, die Kürette, eingeführt. Der Arzt schabt damit die oberflächliche Gebärmutterschleimhaut ab und möglicherweise in der Gebärmutter vorhandenes Gewebe.

Nach der ambulanten Operation kann die Patientin normalerweise noch am selben Tag wieder nach Hause gehen. Körperliche Schonung ist jedoch sehr wichtig. Leichte Schmerzen – wie bei einer normalen Regelblutung – sind nach der Abrasio keine Seltenheit.

In den ersten drei bis fünf Tagen können noch Blutungen auftreten. Sie fallen dabei meist schwächer aus als bei einer Regelblutung. Nach den ersten Tagen kann es zudem zu bräunlichem Ausfluss kommen. Spätestens mit der nächsten Regelblutung sollte sich alles wieder normalisiert haben.

Falls weitere Symptome wie Fieber oder sehr starke Blutungen auftreten, sollten Patientinnen unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Sollte der ambulante Eingriff aus diagnostischen Zwecken nötig gewesen sein, wird das abgetragene Gewebe in ein Labor eingeschickt oder vor Ort auf krankhafte Veränderungen untersucht.

Eine solche Untersuchung des Gewebes dauert in der Regel nicht länger als eine Woche. Nach der histologischen Analyse des entnommenen Gewebes wird der Frauenarzt eine Diagnose stellen und notwendige weitere Maßnahmen einleiten.

Welche Risiken gibt es bei der Ausschabung der Gebärmutter?

Bei einer gynäkologisch durchgeführten Kürettage geht man von geringen Risiken für die Patientin aus. Folgende Punkte können dabei relevant sein:

  • Sollte der Arzt mit den scharfen Rändern des Messers bei der Behandlung die Gebärmutterwand verletzen, können Komplikationen wie etwa starke Blutungen auftreten.
  • Bei der Öffnung des Muttermunds kann es leicht zu Verletzungen des Gebärmutterhalses kommen.
  • Wie bei allen Operationen besteht außerdem das Risiko einer Infektion.
  • Je nachdem welche Form der Anästhesie bei der Vollnarkose zum Einsatz kommt, kann auch dies mit gewissen Risiken verbunden sein.

Eine natürliche Schwangerschaft nach einer Ausschabung der Gebärmutter ist immer noch möglich. Allerdings kann es etwas dauern, bis sich der Körper nach der feingeweblichen Untersuchung wieder erholt hat.

Was sollte nach einer Ausschabung beachtet werden?

Da die Gebärmutterausschabung nur eine ambulante Behandlung ist, entfällt eine Krankschreibung für die Erholungsphase. Es ist ratsam, am Tag des Eingriffs frei zu nehmen und auch die folgenden Tage ruhiger anzugehen. Der Körper ist von der Abrasio und der Narkose geschwächt und braucht Zeit sich zu erholen.

Die nächste Regelblutung setzt nach dem Eingriff ganz normal zirka vier bis fünf Wochen später wieder ein. Grundsätzlich ist eine Frau nach der Kürettage sofort wieder in der Lage schwanger zu werden. Ärzte empfehlen allerdings drei Monate mit einer erneuten Schwangerschaft zu warten. Patientinnen mit Kinderwunsch sollten daher auf ausreichende Verhütung achten, wenn sie nicht gleich wieder schwanger werden wollen.

Welche Kosten entstehen bei einer Ausschabung?

Ausschabungen werden meistens von der Krankenkasse übernommen. Insbesondere bei Fehlgeburten, Krankheiten oder diagnostischen Untersuchungen ist das der Fall.

Handelt es sich um eine Ausschabung etwa im Rahmen einer Abtreibung werden die Kosten nicht übernommen.

Je nachdem auf welche Weise eine Abrasio durchgeführt wird, fallen bei Selbstzahlern Kosten zwischen 400 Euro und 600 Euro an.

 

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Ausschabung der Gebärmutter – Gründe, Ablauf und Risiken
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