Nach mehreren gescheiterten Versuchen schwanger zu werden setzen sich viele Paare unwillkürlich mit Möglichkeiten zur Unterstützung auseinander. Für Frauen mit (unerfülltem) Kinderwunsch kann eine Behandlung mit dem Medikament Clomifen eine Hilfe sein. Die Tablette regt die Hirnanhangsdrüse zur Produktion von Hormonen an und löst so den Eisprung aus. Wir sagen Ihnen im Artikel, wann man auf die Tablette zurückgreifen sollte und welche Wirkung bzw. Nebenwirkungen sie hat.

Wann sollte man auf Clomifen zurückgreifen?

Eine Behandlung mit Clomifen bzw. Clomifen Citrat bei Kinderwunsch ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Frau einen unregelmäßigen Zyklus hat und sie deswegen den genauen Zeitpunkt ihres Eisprungs nicht kennt und einschätzen kann. Es kann auch sein, dass der Eisprung gar nicht stattfindet und nur mit medikamentöser Unterstützung stimuliert werden kann. Eine Schwangerschaft tritt nur dann ein, wenn im Zyklus kurz vor dem Eisprung – also an den fruchtbaren Tagen – Geschlechtsverkehr vollzogen wird.

Ein Großteil der Frauen beginnt mit der Einnahme des Medikaments Clomifen in Absprache mit dem Arzt nach rund einem Jahr mit unerfülltem Kinderwunsch und einem fehlenden Eisprung.

Vor der Einnahme muss eine Schwangerschaft durch einen Schwangerschaftstest und eine Ultraschall-Untersuchung ausgeschlossen werden, da ansonsten das Präparat negativen Einfluss auf das Kind haben könnte. Falls eine Frau theoretisch schwanger sein könnte, sollten sie den Arzt aufsuchen.

Wie wirkt Clomifen?

Das Ziel einer Behandlung mit dem Anti-Östrogen Clomifen ist die Stimulation der Hirnanhangsdrüse. Diese schüttet die beiden Hormone LH – das luteinisierende Hormon – und FSH – das follikelstimulierende Hormon – aus, deren Produktion unerlässlich für die Erfüllung des Kinderwunsches ist. Das Hormon FSH regt die Eibläschen der Frau zur Reifung und beim Mann die Spermienbildung an. LH fördert den Eisprung und die Bildung von Gelbkörpern.

Das Medikament verbessert die Kommunikation zwischen Hypothalamus und Hypophyse, also der Hirnanhangsdrüse. Der Körper nimmt an, dass bei ihm ein Mangel an Sexualhormonen vorliegt, obwohl dies gar nicht der Fall ist. Das führt dazu, dass die Eierstöcke mehr von den Hormonen produzieren und der Östrogenspiegel der Frau ansteigt. Durch die erhöhte Ausschüttung kommt es dann wieder zum Eisprung und – hoffentlich – zur Erfüllung des Kinderwunschs.

Die Wirkung von Clomifen tritt nach der ersten Einnahme schnell ein und regelt damit den weiblichen Zyklus. Der Eisprung sollte ca. eine Woche nach der letzten Tablette eintreten. Im Normalfall springt die Eizelle also zwischen dem 10. und 12. Zyklustag.

Neben der Auslösung des Eisprungs beeinflusst Clomifen auch den Eierstock, die Gebärmutterschleimhaut sowie den Gebärmutterhals positiv und wird auch in der ovariellen Stimulationstherapie eingesetzt.

Übrigens: Auch Männer können von der Wirkung von Clomifen bei unerfülltem Kinderwunsch profitieren. Allerdings aus einem anderen Grund als Frauen. Bei Männern wird durch das Präparat die Produktivität der Hoden – und damit der Keimdrüsen – gesteigert, da die Bildung des Sexualhormons Testosteron im Körper angeregt wird. Um Erfolg mit der Clomifen-Behandlung zu erzielen, müssen bei Männern die Hypophyse und die Keimdrüsen intakt sein.

Die meisten Medikamente erhalten 50 mg des Wirkstoffes, allerdings gibt es geringfügige Abweichungen zwischen den Herstellern.

Wie sollte man Clomifen einnehmen?

Clomifen ist eine Tablette. Zumeist wird sie zwischen dem dritten und fünften Zyklustag beginnend zweimal täglich eingenommen. Die genaue Dosierung der Hormonbehandlung wird vom behandelnden Arzt festgelegt. Eine abweichende Dosierung kann gegebenenfalls negative Folgen nach sich ziehen und ein Eisprung kommt dann nicht zustande. Clomifen sollte nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden, ist aber rezeptfrei erhältlich.

Nicht eingenommen werden sollte das Medikament, wenn eine bereits bekannte Intoleranz bzw. Allergie gegenüber dem Wirkstoff Clomifenhydrogencitrat vorliegt. Im Beipackzettel wird außerdem darauf hingewiesen, dass Tumore in der Hypophyse und den Eierstöcken eine Behandlung ausschließen. Daneben sind Blutgerinnungsstörungen vor der Einnahme vom behandelnden Arzt auszuschließen.

Welche Nebenwirkungen kann die Einnahme haben?

Wie bei vielen Medikamenten, kann auch die Einnahme von Clomifen zu Nebenwirkungen bei der Frau führen. Deshalb sollte ein Arzt die Behandlung und Clomifen-Einnahme immer begleiten und überwachen. Zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen gehören neben Übelkeit, Magen-Darm-Störungen und Kopfschmerzen auch Sehstörungen und Hitzewallungen. In der Regel treten die Nebenwirkungen kurz vor dem Eisprung ein.

Durch den Östrogenabfall im Blutspiegel kann es zu depressiven Verstimmungen oder einer überdauernden Depression kommen. Hierfür besteht ein erhöhtes Risiko. In seltenen Fällen tritt eine Vergrößerung der Eierstöcke und ein polyzystisches Ovarialsyndrom auf. Bei der Vergrößerung der Eierstöcke muss die Behandlung nicht direkt abgesetzt werden, jedoch die Dosierung für eine weitere Anwendung verringert werden.

Wenn Ihnen manche Symptome übermäßig stark vorkommen, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt kontaktieren und andere Ursachen abklären lassen.

Nachdem die Eizelle befruchtet wurde, sind keine Fälle bekannt, bei denen es mit der Anwendung von Clomifen Citrat in der darauffolgenden Schwangerschaft zu negativen Folgen kam. Die Chance auf Mehrlingsschwangerschaften ist durch das Medikament allerdings erhöht und es kommt vor allem zu relativ mehr Zwilingsschwangerschaften.

Für eine natürliche Familienplanung ist Clomifen ungeeignet.

 

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