Was sind Myome?

Myome sind gutartige Muskelgeschwülste der Gebärmutter. Etwa 25% – 40% aller Frauen im gebärfähigen Alter haben Myome. Damit sind sie die häufigsten gutartigen Neoplasien bei Frauen im gebärfähigen Alter. Bis zum Eintritt der Menopause haben sogar 70% aller Frauen Myome. So ist der größte Risikofaktor für Myome das Alter.

Eine Studie zeigt, dass das Risiko ein Myom zu haben bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren zehnmal so hoch ist, wie bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Weitere Risikofaktoren sind Bluthochdruck (ca. 5-fach erhöhtes Risiko) und Myome in der Familie (ca. 3,5-fach erhöhtes Risiko).

Die meisten Frauen haben keinerlei Beschwerden durch die Myome und sie fallen eher zufällig bei einer Ultraschallkontrolle auf.

Welche Beschwerden können Myome verursachen?

Bei etwa jeder 4. Frau führen Myome zu klinischen Beschwerden. Myome können Schmerzen verursachen, z.B. Rückenschmerzen, Unterbauchschmerzen und Krämpfe, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder bei der Monatsblutung. Zudem können sie zu Blutungsstörungen, wie Zwischenblutungen, Schmierblutungen, oder zu sehr starken oder zu langen Monatsblutungen führen.

Teilweise können Myome auch auf die Blase und den Darm drücken und hier zu Beschwerden im Sinne von Harndrang, Problemen beim Wasserlassen und Obstipation führen.

Myome können zudem die Fruchtbarkeit beeinflussen. Hier besteht oft große Unsicherheit, wann, welche Myome die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Gibt es Unterschiede bei den Myomen?

Die wichtigen Unterschiede bei Myomen bestehen in der Größe und in der Lokalisation.

Es gibt sehr kleine Myome, die nur wenige Millimeter groß sind und häufig erst im Rahmen von Operationen entdeckt werden, andere Myome sind mehr als 10 cm groß, sehr selten können sie auch extrem groß werden und bis zu der Größe einer Melone heranwachsen.

Bei der Lage der Myome werden drei verschiedene Lagen unterschieden: Myome können sich außen auf der Gebärmutter befinden (subserös), in der Wand (intramural) oder innen, in der Gebärmutterhöhle liegen (submukös oder intracavitär). Manche Myome sind nur über einen dünnen Stiehl mit der Gebärmutterhöhle verbunden.

Je nach Lage können sie unterschiedliche Beschwerden verursachen. So können subseröse Myome auf Blase und Darm drücken oder auch Rückenschmerzen verursachen.

Blutungsprobleme und sehr starke Blutungen verursachen am ehesten Myomen, die in der Wand oder in der Gebärmutterhöhle liegen.

Myome und Kinderwunsch

Nicht alle Myome beeinflussen die Fruchtbarkeit der Frau.

Myome, die sich außen auf der Gebärmutterwand befinden (subserös), haben im Grunde keinen Einfluss auf den Kinderwunsch. Ob sie dennoch vor der Planung einer Schwangerschaft entfernt werden sollten, hängt von der Größe und vorhandenen Beschwerden ab.

Myome, die sich in die Gebärmutterhöhle vorwölben, oder sogar innen in der Gebärmutterhöhle sind, können die Einnistung und die weitere Entwicklung des Embryos beeinträchtigen und verringern die Fruchtbarkeit.

Ob Myome, die in der Wand der Gebärmutter sitzen, die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen hängt von der Größe der Myome ab. Ab einer Größe von 3 – 4 cm können Myome, die sich in der Gebärmutterwand befinden, die Einnistung und die Fruchtbarkeit verringern.

Wann sollten Myome bei Kinderwunsch entfernt werden?

Myome, die Beschwerden verursachen und/oder sehr groß sind, über 7 – 8 cm, sollten vor einer Schwangerschaft entfernt werden.

Bei unerfülltem Kinderwunsch müssen Myome, die in der Gebärmutterhöhle sind oder sich in die Gebärmutterhöhle vorwölben (submukös und intracavitär), entfernt werden.

Auch Myome, die sich in der Wand befinden (intramural) und größer als 3 – 4 cm sind, können eine Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch sein, und sollten entfernt werden. Jedoch spielen häufig bei einem unerfüllten Kinderwunsch viele Faktoren eine Rolle, laut einer Studie sind nur bei 2 – 3% Myome der einzige Grund für die Unfruchtbarkeit.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Kinderwunsch?

Die häufigste und älteste Methode ist die operative Entfernung der Myome. Dies kann je nach Lage und Größe über einen Bauchschnitt erfolgen, in vielen Fällen ist die Entfernung mit einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich. Wenn das Myom in der Gebärmutterhöhle liegt ist auch eine narbenfreie Entfernung über eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) möglich.

In den letzten Jahren sind neben einer Operation verschiedene neue Methoden zur Behandlung von Myomen eingeführt worden. Jedoch können sie bei Kinderwunsch nur bedingt eingesetzt werden:

Medikamentöse Behandlung

Es gibt eine medikamentöse Behandlung mit Ulipristalacetat (Esmya®), die zu einer Schrumpfung des Myoms führt, jedoch nur zur mehrmonatigen Vorbereitung auf eine Myom-Operation zugelassen ist. Esmya® alleine, ohne Operation, verbessert nicht die Chancen auf eine Schwangerschaft.

Ultraschall (MR-HIFU)

Bei dieser Behandlungsmethode wird das Myom mittels fokussiertem Ultraschall durch Hitze zerstört. Es ist keine Operation notwendig. Es können nur bestimmte Myome aufgrund ihrer Lage und Größe hiermit behandelt werden. Schwangerschaften sind nach diesem Eingriff prinzipiell möglich, jedoch ist noch nicht ausreichend erforscht, wie sich die Behandlung auf die Fruchtbarkeit und spätere Schwangerschaften auswirkt.

Embolisation der Myomgefäße

Das Gefäß, das das Myom mit Blut versorgt, wird bei diesem Eingriff unter Röntgenkontrolle über einen Katheter verschlossen. Diese Methode ist bei Kindewunsch nicht geeignet.

 

Quellen:

ASRM: Myomas and reproductive function.Practice Committee of American Society for Reproductive Medicine
in collaboration with Society of Reproductive Surgeons. Fertil Steril. 2008
Day Baird et al. Am J Obstet Gynecol 2003;188:100-107
Lurie S, Piper I, Woliovitch I, Glezerman M. Age-related prevalence of sonographicaly confirmed uterine myomas. J Obstet Gynaecol 2005;25:42–4.
Takeda T, Sakata M, Isobe A, Miyake A, Nishimoto F, Ota Y, et al. Relationship between metabolic syndrome and uterine leiomyomas: a case-control study. Gynecol Obstet Invest 2008;66:14–17.
Lumbiganon P, Rugpao S, Phandhu-fung S, Laopaiboon M, Vudhikamraksa N, Werawatakul Y. Protective effect of depot- medroxyprogesterone acetate on surgically treated uterine leiomyomas: a multicentre case-control study. Br J Obstet Gynaecol 1996;103:909–14.
Pritts EA, Parker WH, Olive DL. Fibroids and infertility: an updated systematic review of the evidence. Fertil Steril 2009;91:1215-1223.

 

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