Wenn keine oder kaum Spermien im Ejakulat eines Mannes vorhanden sind, ist eine natürliche Befruchtung nicht möglich. Samenzellen für eine künstliche Befruchtung können in vielen Fällen mittels Testikulärer Spermienextraktion (TESE) oder der Mikrochirurgischen Epididymalen Spermienaspiration (MESA) gewonnen werden.

Der Samen wird bei diesen Behandlungsmethoden direkt aus den Hoden (TESE) oder aus den Nebenhoden (MESA) entnommen. Die Spermien können dann im Zuge einer Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) zur künstlichen Befruchtung verwendet werden. So muss der Kinderwunsch nicht aufgegeben werden, wenn bei Unfruchtbarkeit des Mannes Samenzellen im Ejakulat fehlen.

Was passiert bei einer TESE?

Die Testikuläre Spermienextraktion ist ein operatives Verfahren, um Spermien aus den Hoden zu extrahieren. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Samenproduktion eingeschränkt ist. Denn in vielen Fällen lassen sich trotzdem fruchtbare Samenzellen in den Hoden finden.

Um bei der sogenannten Hodenbiopsie Spermien aus dem Gewebe zu gewinnen, wird eine kleine chirurgische Operation vorgenommen. Dabei werden Gewebestücke gewonnen, die im IVF-Labor auf fruchtbare Samenzellen untersucht werden.

Die Spermien werden dann im Rahmen einer ICSI zur künstlichen Befruchtung einer Eizelle verwendet. Die gesamte Operation dauert nur ungefähr 10 Minuten und wird unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt.

Beim MESA Verfahren wird der Nebenhoden mit Hilfe einer Hohlnadel punktiert. Bei dem unter Vollnarkose durchgeführte Eingriff werden fruchtbare Spermien entnommen. Wie auch bei der TESE können die Samenzellen eingefroren werden, um sie später für eine ICSI zu verwenden.

Wenn bei keinem der beiden Eingriffe fruchtbare Spermien gefunden werden, ist der Mann unfruchtbar und kann keine leiblichen Kinder zeugen.

Wann wird Testikuläre Spermienextraktion eingesetzt?

Eine TESE wird grundsätzlich im Rahmen der ICSI durchgeführt. Sie kann allerdings auch zur Gewinnung von Spermien dienen, die für einen späteren Zeitpunkt kryokonserviert werden.

Da die mittels TESE gewonnenen Samen in der Regel nicht fähig sind die Eizelle selbstständig zu befruchten, ist eine In-vitro-Fertilisation (IVF) als Behandlungsmethode ausgeschlossen.

Grundsätzlich werden die Samenzellen für eine ICSI durch Masturbation gewonnen. TESE wird nur dann eingesetzt, wenn über diesen Weg keine erfolgreiche künstliche Befruchtung möglich ist.

Das ist häufig aufgrund einer Azoospermie der Fall. Bei dieser Krankheit befinden sich keine Samenzellen in der Samenflüssigkeit des Mannes. Die Azoospermie wird in der Regel durch ein Spermiogramm erkannt, dass die Qualität des Spermas untersucht.

Ob die operative Samengewinnung eine Chance darstellt zur Spermiengewinnung, hängt von der Ursache für die Azoospermie ab. Findet in den Hoden keine Bildung von Samenzellen statt, kann die Behandlung keinen Erfolg haben.

Sind hingegen verschlossene Samenstränge oder eine sehr geringe Spermaproduktion die Ursache, können bei der Operation Samenzellen gewonnen werden.

Die Hauptgründe für eine Behandlung sind also verschlossene oder fehlende Samenleiter. Es gibt aber auch andere Ursachen, wie Entzündungen oder Tumore, die einen Eingriff notwendig machen.

Welche Risiken bestehen bei der Behandlung?

Wie bei jedem operativen Eingriff besteht bei TESE die Möglichkeit von Komplikationen.

Eine Narkose kann beispielsweise bei manchen Männern zu Problemen führen, die im Vorfeld nicht immer erkennbar sind. Durch die offenen Wunden besteht zudem die Gefahr von Infektionen oder Nachblutungen.

Nach der Operation kann es beim Mann temporär zu einer geringeren Testosteronproduktion kommen. Bei einem normalen Verlauf gleicht sich der Testosteronspiegel im Laufe eines Jahres wieder aus.

Durch die Entnahme von Gewebe bei der TESE können sich außerdem die Hoden verkleinern. In seltenen Fällen kann sogar das gesamte Hodengewebe absterben.

Obwohl die Behandlung lokal begrenzt ist und nur wenige Minuten dauert ist es daher wichtig, ausführliche Informationen über die Chancen und Risiken vom Urologen einzuholen. Das findet in der Regel im Rahmen einer Voruntersuchung statt, bei der die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden soll.

Mit welchen Kosten ist für die TESE zu rechnen?

Die Kosten für eine operative Samengewinnung schwanken zwischen etwa 800 und 1.500 Euro. Dabei ist der Preis der ICSI, die in einem weiteren Schritt notwendig wird, nicht inbegriffen.

Die Krankenkassen beteiligen sich in der Regel an den Kosten der ICSI, soweit der Kinderwunsch aufgrund einer biologischen Ursache unerfüllt bleibt und weitere Voraussetzungen erfüllt sind.

Ob auch die TESE von der Krankenkasse übernommen wird ist von Kasse zu Kasse sehr unterschiedlich.

 

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TESE – Samengewinnung für eine ICSI
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