Es ist weithin bekannt, dass Rauchen während der Schwangerschaft und Stillzeit dem Nachwuchs schadet. Forscher aus Australien haben nun eine weitere mögliche Folge davon untersucht, die in Human Reproduction erschien: Die Nikotinexposition schadet der Fruchtbarkeit der männlichen Nachkommen.

Eine Gruppe von 27 weiblichen Mäusen wurde sechs Wochen lang täglich eine Menge Rauch ausgesetzt, dies würde bei Menschen 24 Zigaretten entsprechen. Dann ließen sie die Tiere sich paaren und setzten die Mäuse während der Schwangerschaft und der Stillzeit weiter dem Rauch aus. Die 108 männlichen Nachkommen wurden bis zum Erwachsenenalter regelmäßig untersucht.

Die männlichen Kinder von ‚rauchenden‘ Müttern hatten weniger Sperma, das schlechter schwimmt, abnormal geformt ist und bei In-vitro-Fertilisationsstudien weniger in der Lage ist, an die Eier zu binden. Folglich ist es so, dass wenn diese Kinder erwachsen werden, sie entweder eingeschränkt fruchtbar oder unfruchtbar sind.

Des Weiteren sind auch die Stammzellen in den Hoden durch das Rauchen geschädigt. Diese DNA-Schäden könnten in weiterer Folge auch dazu führen, dass die Kinder dieser Männer ein größeres Risiko für Missbildungen und Krebs aufweisen. Heutzutage rauchen immer noch etwa 25 Prozent der jungen Frauen in der Schwangerschaft und Stillperiode und schaden somit potenziell der Fruchtbarkeit ihrer Söhne. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich des Risikos durch Rauchen bewusst sein.

 

Quelle:
A.P. Sobinoff, J.M. Sutherland, E.L. Beckett, S.J. Stanger, R. Johnson, A.G. Jarnicki, A. McCluskey, J.C. St John, P.M. Hansbro, E.A. McLaughlin. Damaging legacy: maternal cigarette smoking has long-term consequences for male offspring fertility. Human Reproduction 2014; 29 (10): 1-17.