Erstmals konnte gezeigt werden, dass eine Umweltbelastung noch vor der Geburt einen Einfluss auf molekularer Ebene hat. In der Studie von Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) wurden 315 Mütter, von denen 6 % Raucherinnen waren und 441 Kinder untersucht.

Im Blut der Schwangeren und im Nabelschnurblut der Kinder bei Geburt wurde microRNA, die eine wichtige Rolle bei der Genregulation spielen, und sogenannte regulatorische T-Zellen, weiße Blutzellen, die für die Immunabwehr zuständig sind, untersucht. Bei Kindern rauchender Mütter wurden weniger regulatorische T-Zellen nachgewiesen.

Kinder, die weniger regulatorische T-Zellen haben, entwickeln bis zum 3. Lebensjahr häufiger Allergien. Das Immunsystem kann etwa von Pollen, Katzenhaaren oder Erdnusspartikel einfacher angegriffen werden.

Gemäß früherer Studien kann Rauchen das ungeborene Kind auf vielfältige Weise schädigen. So können Neugeborene von Rauchern ein geringeres Geburtsgewicht sowie eine eingeschränkte Lungenfunktion aufweisen. Zudem steigt im späteren Leben das Risiko u.a. für Atemwegsinfekte, Diabetes, Asthma und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Quelle:
Herberth G, Bauer M, Gasch M, Hinz D, Röder S, Olek S, Kohajda T, Rolle-Kampczyk U, von Bergen M, Sack U, Borte M, Lehmann I; for the Lifestyle and Environmental Factors and Their Influence on Newborns Allergy Risk study group. Maternal and cord blood miR-223 expression associates with prenatal tobacco smoke exposure and low regulatory T-cell numbers. J Allergy Clin Immunol. 2013.