Die Höhe des AMH-Wertes (Wert für das sogenannte Anti-Müller-Hormon) gibt eine Auskunft über die Eizellreserve einer Frau. Des Weiteren kann durch den Wert die Ansprechbarkeit auf eine hormonelle Stimulation und die zu gewinnende Eizellanzahl abgeleitet werden. Ob die Höhe des AMH-Wertes auch Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft und die Qualität der Eizellen zulässt, ist noch in Diskussion.

Eine französische Studie zeigte nun in einer aktuellen Studie mit über 1000 Patientinnen, die nach einer künstlichen Befruchtung / IVF Behandlung schwanger wurden, dass der AMH-Wert, unabhängig vom Alter und gewonnener Eizellanzahl, mit der Fehlgeburtswahrscheinlichkeit assoziiert ist.

In allen Altersgruppen zeigte sich mit zunehmendem AMH-Wert eine steigende klinische Schwangerschaftsrate, sowie eine steigende Lebendgeburtenrate. Interessanterweise war die steigende Schwangerschaftsrate und Lebendgeburtenrate in allen Altersgruppen unabhängig von der gewonnenen Eizellanzahl. Bei Frauen über 34 Jahren mit niedrigem AMH (0,08 – 1,6 ng/ml) wurden signifikant häufiger Fehlgeburten beobachtet, als bei Frauen mit mittlerem (1,61 – 5,58 ng/ml) und hohem AMH (>5,6 ng/ml).

Je niedriger der AMH-Wert ist, desto höher scheint das Fehlgeburtsrisiko bei einer IVF Behandlung zu sein.

 

Quelle:
Tarasconi et al. Serum antimüllerian hormone levels are independently related to miscarriage rates after in vitro fertilization–embryo transfer Fertility and Sterility 2017; 108:518-524