Wissenschaftler aus Mainz und Aachen haben einen neuen Mechanismus gefunden, über den die Fruchtbarkeit reguliert wird.

Sie konnten zeigen, dass Fetuin B, ein Eiweiß, das in der Leber gebildet wird und ins Blut abgegeben wird, bei der Befruchtung von Eizellen eine bislang nicht gekannte, wichtige Rolle spielt. Das Eiweiß Fetuin B reguliert die Aushärtung der Zona pellucida (Glashaut). Die Zona pellucida ist eine Schutzhülle um die Eizelle, die während der Befruchtung vom Spermium durchdrungen wird. Fetuin B vermittelt die Aushärtung über das Enzym Ovastacin. Dieses Enzym ist in kleinen Bläschen in der Eizelle gespeichert.

Sobald während der Befruchtung ein Spermium in die Eizelle eingedrungen ist, wird Ovastacin ausgeschüttet und die Schutzhülle verhärtet sich, so dass kein weiteres Spermium mehr eindringen kann. Das Enzym Ovastacin sickert allerdings auch aus der unbefruchteten Eizelle ständig in kleinen Mengen aus. Fetuin B sorgt dafür, dass Ovastacin inaktiviert wird, die Verhärtung der Schutzhülle ausbleibt und die Eizelle somit bis zum Eindringen des Spermiums befruchtungsfähig bleibt.

So sind zum Beispiel weibliche Mäuse ohne Fetuin B – trotz normaler Entwicklung und Funktion der Eierstöcke – unfruchtbar. Es ist das erste Mal, dass die vorzeitige Verhärtung der Zona pellucida als Ursache von Unfruchtbarkeit beschrieben wird. Dies mag eine Erklärung bei Paaren sein, bei denen bislang die Ursache der Unfruchtbarkeit nicht geklärt werden konnte. Möglicherweise könnten hier künftige Therapien zur Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch ansetzen.