Was ist die Menstruation?

Als Menstruation bezeichnet man die monatlich wiederkehrende Blutung der Gebärmutterschleimhaut einer geschlechtsreifen Frau. Der erste Tag der Monatsblutung markiert den ersten Tag des Menstruationszyklus.

Was ist der Menstruationszyklus?

Die Entstehung neuen Lebens ist ein komplexer Vorgang. Damit sich eine befruchtete Eizelle (Ovum) zu einem lebendigen Embryo entwickeln kann, ist ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Hormonen nötig, das sich auf den gesamten Körper auswirkt. Im Zentrum stehen dabei die Gebärmutter und die Eierstöcke.

Der Menstruationszyklus wird normalerweise mit 28 Tagen berechnet, Zykluslängen von 25 bis 35 Tagen können allerdings auch durchaus normal sein. Das folgende bezieht sich auf die Zykluslänge von 28 Tagen, je nach Länge geht es um längere oder kürzere Perioden. Der Monatszyklus gliedert sich in drei Abschnitte: 1. Zyklushälfte (1.-12.Tag) Follikelphase, Eisprung (13.-14.Tag) Ovulation, 2. Zyklushälfte (15.-18.Tag) Lutealphase.

Follikelphase

Der erste Zyklustag ist der erste Tag der Blutung. Ab dann beginnen im Eierstock ca. 15-20 Eizellen heranzureifen. Diese schwimmen in den Follikeln; Das sind bläschenförmige Holhlraumstrukturen, die eine schützende Hülle für die Eizelle bilden. Gemeinsam mit den Eiern bilden sie die Ovarialfollikel. Unter normalen Bedingungen wechseln sich die beiden Eierstöcke jeden Monat ab, so dass jeweils nur ein Eierstock aktiv ist.

Die erste Zyklushälfte ist durch einen hohen Östrogenspiegel gekennzeichnet, durch den die Gebärmutterschleimhaut sich bereits langsam aufbaut.

Östrogen (auch Follikelhormon genannt) steht außerdem in Wechselwirkung zu den beiden Hormonen FSH und LH aus der Hirnanhangsdrüse. FSH, das Follikelstimulierende Hormon, ist für die Reifung der Eier zuständig. Diese machen bei ihrer Reifung eine Art Wettrennen um den ersten Platz.

Die Follikel beginnen ab einer gewissen Größe selbst Follikelhormone zu bilden, was die Ausschüttung von FSH hemmt. Durch den niedrigeren FSH Spiegel kann sich nur der stärkste Follikel weiter ausbilden, da er empfindlicher für FSH ist und somit als einziger weiter reifen kann. Dadurch wird er zum Leitfollikel und alle anderen in diesem Zyklus herangereiften Follikel gehen mitsamt Ovum zugrunde. Dadurch verliert die Frau pro Zyklus 15-20 Eizellen.

Übrigens: Östrogen ist nicht wie viele denken das Hormon der Frau und Testosteron (gehört zu den Androgenen) das des Mannes. Männer und Frauen haben sowohl Testosteron als auch Follikelhormone. Östrogen wird nämlich aus Testosteron gebildet. Männer haben nur mehr Testosteron bzw Androgene als Östrogene und Frauen mehr Östrogene als Androgene.

Ovulation

Der hohe Östrogenspiegel führt schließlich zum sogenannten LH Peak, einem extremen Anstieg von dem luteinisierendes Hormon, der ca. 24h später zum Eisprung führt.

Dieser Peak wird auch bei Kinderwunsch beim Beobachten des Monatszyklus im Rahmen der natürlichen Familienplanung verwendet. Mit einem Ovulationstest kann der LH Spiegel im Urin oder auch im Blut festgestellt werden, sodass der Eisprung vorhergesagt werden kann.

Beim Eisprung platzt der Follikel auf und die reife Eizelle wird in den Eileiter freigesetzt, wo sie von einem Spermium befruchtet werden kann. Der Follikel bleibt im Eierstock zurück und wird zum Gelbkörper.

Bei manchen Frauen führt der Eisprung zu leichten Schmerzen im Bauch, dem sogenannten Mittelschmerz.

Lutealphase

Die zweite Hälfte des Menstruationszyklus ist gekennzeichnet durch einen hohe Konzentration des Hormons Progesteron. Der Östrogenspiegel ist in dieser Phase hingegen stark abgesunken.

Im Fokus dieser Phase steht die Vorbereitung und damit der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der Eizelle. Die Eizelle wird in die Gebärmutter transportiert. Ist sie nicht befruchtet, nistet sie sich nicht ein und schüttet auch nicht das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) aus, was zur Rückbildung des Gelbkörpers führt.

Das Gelbkörperhormon Progesteron wird dadurch nicht mehr produziert. Das führt zum Abbau der Gebärmutterschleimhaut und somit zur nächsten Regelblutung. Die Regelblutung ist nichts anderes als eine Progesteronentzugsblutung.

Sind die Eier befruchtet, nisten sie sich in die Gebärmutterschleimhaut ein. HCG wird gebildet und der Gelbkörper bleibt erhalten. Er produziert in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft weiter Progesteron und Östrogen, bis die Plazenta diese Aufgabe übernimmt.

Übrigens: Im Gegensatz zu Männern, die ständig neue Spermien bilden, und das fast ihr ganzes Leben lang, werden Frauen mit allen Eizellen geboren und entwickeln nach der Geburt keine neuen. Bei der Geburt besitzt ein Mädchen 600.000-800.000 Eizellen, bei Eintritt in die Pubertät sind es aus wissenschaftlich noch nicht erklärbaren Gründen nur noch 40.000. Jeden Monat werden ab dann Eizellen aufgebraucht, bis die Ovarialreserve erschöpft ist und die Frau in die Wechseljahre eintritt. Die Ovarialreserve kann mithilfe einer Messung des Anti-Müller-Hormons im Blut festgestellt werden.

Welche typischen Menstruationsbeschwerden gibt es?

Vor der Menstruation kann es zum sogenannten Prämenstruellen Syndrom (PMS) kommen, das eine Reihe von Symptomen zusammenfasst. Zu diesen zählen zum Beispiel Gewichtszunahme durch Wassereinlagerung, Übelkeit und Erbrechen, Spannen der Brust, aufgeblähter Bauch und Blähungen sowie Kälte und Hitzewallungen.

Während der Periode können ähnliche Beschwerden auftreten. Durch das Zusammenziehen der Gebärmutter bei Ausstoßung der Gebärmutterschleimhaut entstehen außerdem schwache bis sehr starke krampfartige Bauchschmerzen. Diese sind oft besonders bei jungen Frauen stark ausgeprägt. Auch Völlegefühl und Übelkeit sind typisch. In extremen Fällen kann es auch zu Erbrechen und Durchfall kommen.

Gelindert werden können diese Beschwerden vor Allem über die Ernährung. Der Bauch sollte nicht zusätzlich gereizt werden. Allgemein sollte weniger und vor allem leichter gegessen werden. Koffein, Milch und auch zu viel Salz können die Beschwerden verstärken. Magnesiumhaltige Nüsse und andere Nahrungsmittel helfen den Muskeln, sich zu entspannen. Außerdem hilft Wärme zum Beispiel durch Tees oder Wärmflaschen.

Worauf sollten Frauen während der Menstruation verzichten?

Eigentlich sollte die Menstruation keine Frau wirklich einschränken. Grundsätzlich ist alles möglich, solange man sich wohl fühlt, was natürlich von Frau zu Frau variiert.

Leichter Sport kann helfen die Beschwerden zu lindern, man sollte sich nur nicht überanstrengen.

Auch Sex ist kein Problem, solange beide Partner damit einverstanden sind. Während der Periode ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden zwar sehr gering, überleben die Spermien jedoch lange genug bis zum Eisprung ist eine Schwangerschaft dennoch möglich. Außerdem ist das Ansteckungsrisiko mit Geschlechtskrankheiten durch das Blut deutlich höher. Daher sollte die Menstruation keine Ausrede für ungeschützten Geschlechtsverkehr sein.

Tampons sollten nach 8 Stunden spätestens gewechselt werden, da sonst ein Infektionsrisiko besteht, und auch Binden sollten nicht länger als 12 Stunden benutzt werden. Übrigens können auch junge Mädchen schon ab der ersten Periode Tampons verwenden.

Wie beeinflussen hormonelle Verhütungsmittel den Monatszyklus?

Es gibt viele verschiedene Arten von hormonellen Verhütungsmitteln, von der Minipille über Pflaster und Ringe bis zu Spritzen. Letztendlich wirken alle gleich. Sie gaukeln dem Körper eine Schwangerschaft vor und verhindern damit den Eisprung bzw. die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Dabei kommen zwei Hormonarten zum Einsatz: Follikelhormone und Gestagene.

Die Gestagene wirken verdickend auf den Zervixschleim, sodass die Spermien schwerer oder gar nicht passieren können. Sie hemmen außerdem die Gebärmutterschleimhaut und den Eileiter in ihrer Funktion, sodass sich kein befruchtetes Ei einnisten kann.

Die Follikelhormone wirken auf den hormonellen Hypothalamus-Hypophyse-Ovar Reglkreis ein, so dass unter anderem kein LH-Peak entsteht und somit kein Eisprung stattfindet.

Je nach Anwendung wird der Zyklus unterschiedlich beeinflusst. Heutzutage werden am häufigsten Kombinationspräparate aus Gestagenen und Östrogenen als Pille verschrieben. Diese können als Einphasenpräparate 21 Tage eingenommen werden, worauf eine siebentägige Pause folgt die zu einer Abbruchblutung führt.

Alternativ gibt es auch Zwei- oder Dreiphasenpräparate in denen die Hormonmengen je nach Zyklusabschnitt variiert werden.

Die Minipille enthält nur Gestagen und kann ohne Pause und somit ohne Abbruchblutung durchgenommen werden, auch Depotpräparate als Implantat oder Spritze oder die Hormonspirale enthalten nur Gestagene und werden ohne Pause angewandt.

Welche Menstruationsstörungen sind möglich?

Es kann verschiedene Störungen des weiblichen Zyklus geben.

Die Amenorrhö bezeichnet das komplette Ausbleiben der Regelblutung. Vor der Menarche, das heisst der ersten Monatsblutung, und nach der Menopause ist das natürlich normal.

Tritt trotz Vollendung des 16. Lebensjahres immer noch keine Blutung ein, spricht man von einer primären Amenorrhö. Diese kann verschiedene genetische oder körperliche Ursachen haben. Häufig betroffen sind Leistungsportler, wenn der Körper überanstrengt ist, oder Mädchen mit Essstörungen wie Bulemie, Magersucht oder auch Adipositas.

Bleibt die Monatsblutung für mehr als drei Monate aus, spricht man von einer sekundären Amenorrhö. Sie kann auf eine Schwangerschaft hinweisen oder aber auch andere Ursachen haben. Gründe können Essstörungen sein, aber auch Tumore oder Endometriose. Stress und psychische Faktoren spielen eine große Rolle.

Die Angst schwanger zu sein, kann für die Psyche und auch den Körper so belastend sein, dass die Monatsblutung sich nach hinten verschiebt.

Der weibliche Zyklus kann auch auf andere Arten verändert sein. Zu kurze Zyklen unter 25 Tagen (Polymenorrhö) können kurz nach der Menarche oder kurz vor der Menopause normal sein, können aber auch durch Stress oder hormonelle Ursachen bedingt sein. Eine Zyklusdauer von über 35 Tagen (Oligomenorrhö) kann ebenfalls von Essstörungen herrühren, aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen.

Zu starke (Hypermenorrhö), zu schwache oder zu lange Blutungen (Menorrhagie) sowie eine zu kurze Regel können auf Erkrankungen vor allem des Endometriums, also der Gebärmutterschleimhaut hinweisen.

Gerade bei Kinderwunsch können derartige Unregelmässigkeiten bzw Erkrankungen zu Problemen führen und sollten vom Arzt abgeklärt werden.

 

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