Seit 1. Oktober 2017 dürfen ganz offiziell Frauen andere Frauen und Männer andere Männer heiraten. Die gleichgeschlechtliche Ehe ist – zumindest auf dem Papier – mitten in der Gesellschaft angekommen.

Haben Sie von Ihrer Frau einen Antrag bekommen oder selbst einen Antrag gemacht und stecken nun mitten in der Hochzeitsplanung? Wunderbar! In diesem Artikel möchten wir uns nämlich die lesbische Hochzeit etwas näher ansehen und Ihnen Tipps für die Trauung und deren Organisation geben.

Hintergründe zur gleichgeschlechtlichen Ehe

Im Juni 2017 beschloss der Deutsche Bundestag die sogenannte Homo-Ehe. Vorher sprachen sich viele Politiker und Volksvertreter deutlich für die lange nötige Gleichstellung der Schwulen- und Lesben-Ehe aus. Bis 2017 war nur eine eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule erlaubt.

Die eingetragene Partnerschaft hatte allerdings nicht die gleichen Rechte wie eine Ehe. So wurden gleichgeschlechtliche Paare zu diesem Zeitpunkt noch anders besteuert als heterosexuelle Ehepaare. Nach dem Beschluss sprachen sich unter anderem einige Mitglieder des österreichischen Parlament gegen eine Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren vor dem Gesetz aus. Ein Gericht beschloss allerdings, dass auch in Österreich die Ehe für Homosexuelle geöffnet werden muss.

Eine konkrete Äußerung dazu, wie die römisch-katholische Kirche mit Hochzeiten von gleichgeschlechtlichen Paaren umgeht, gab es bis heute nicht. Man geht jedoch aufgrund mehrerer kontroverser Aussagen davon aus, dass die gleichgeschlechtliche Ehe hier nicht akzeptiert wird – obwohl 1969 homosexuelle Handlungen zumindest für Männer über 21 Jahren nicht mehr strafbar waren. Von Lesben war im damaligen Gesetz nicht die Rede.

Im Jahr 1994 wurde der umstrittene Paragraph 175 endgültig gestrichen. In der römisch-katholischen Kirche gibt es bis heute trotzdem noch keine kirchliche Hochzeit für Homosexuelle. Die evangelische Kirche in Deutschland entscheidet von Gemeinde zu Gemeinde, ob sie Homo-Paaren die Segnung erteilen möchte.

In Norwegen ist das übrigens ganz anders: Hier dürfen Schwule und Lesben auch eine kirchliche Trauung haben. In der dortigen lutheranischen Volkskirche wurde zwar der Text des Priesters im Vergleich zu einer heterosexuellen Hochzeit etwas abgeändert, seit Anfang 2017 kommt auch der symbolische Segen Gottes dazu. Die Nachbarländer Dänemark und Schweden trauen homosexuelle Paare schon seit mehreren Jahren kirchlich.

Vorbereitung der gleichgeschlechtlichen Eheschließung

Niemand weiß besser, ob eine lesbische Eheschließung für Sie infrage kommt als Sie selbst. Heute muss man nicht mehr zwingend heiraten, die Entscheidung dafür oder dagegen obliegt ganz Ihnen und Ihrer zukünftigen Frau, genauso wie der Kinderwunsch.

Es ist für gleichgeschlechtliche Paare empfehlenswert, das Coming-Out – falls es noch nicht früher stattgefunden hat -, vor der Hochzeit stattfinden zu lassen. Diese Öffnung der Familie gegenüber ist wichtig, damit am großen Tag niemand mehr dem Brautpaar im Weg stehen kann. Negative Menschen können die Traumhochzeit schnell zum Albtraum werden lassen.

Vor der Ehe sollten Sie sich mit Ihrer Frau über die geplante Namensführung einigen. Wollen Sie Ihren Namen behalten, an Ihre Frau weitergeben oder ihren Namen annehmen? Gerade dann, wenn Sie Flitterwochen im Ausland planen, müssen Sie bei einem neuen Namen an die rechtzeitige Beantragung eines neuen Reisepasses denken.

Das Beste zum Schluss: Geschenke. Haben Sie spezielle Wünsche? Sie können Ihren Angehörigen mögliche Ideen für ein Geschenk vorab mitteilen. Amazon bietet beispielsweise eine Hochzeitswunschliste an, die Sie und Ihre Braut ganz automatisch via E-Mail aussenden können. Das erspart am Hochzeitstag böse Überraschungen und lange Gesichter.

Lesben Hochzeit – die Zeremonie

Lesben bzw. Homosexuelle lassen sich häufig nur standesamtlich trauen. Nicht immer ist das auch der Wunsch des Brautpaars und dessen Familie. Wie aber sehen die verschiedenen Möglichkeiten einer Eheschließung für Lesben genau aus?

Am Standesamt müssen Sie sich – wie bereits erwähnt – möglichst früh einen passenden Termin bzw. eine genaue Zeit reservieren lassen. Achtung: Sollten Sie an einem Sonntag heiraten möchten, muss die standesamtliche Trauung vermutlich schon vorher stattfinden. Die meisten Ämter haben am Sonntag nicht geöffnet und machen auch keine Ausnahmen für die Liebe. Zu diesem Thema finden Sie normalerweise auf der Website des ortsansässigen Rathauses mehr Informationen.

Beide Partner müssen am Tag der geplanten Hochzeit gemeinsam auf das Standesamt, um ihre Ehe oder eingetragene Partnerschaft von einem Standesbeamten bestätigen und vollziehen zu lassen. Das gilt auch dann, wenn Sie die Eheschließung zunächst nur kirchlich vollzogen haben. Die „Lesbenehe“ ist ansonsten nicht vor dem Gesetz gültig und wird laut deutschem Recht nicht anerkannt.

Bei der Kleiderwahl sind Ihnen bei der gleichgeschlechtlichen Hochzeit natürlich keine Grenzen gesetzt. Sie möchten genau wie Ihre Partnerin ein Brautkleid tragen? Dann tun Sie das auch! Eine Hochzeit findet – zumindest hoffentlich – nur einmal im Leben statt und ist eine ganz persönliche Angelegenheit. Das Ja-Wort dürfen Sie sich natürlich auch im schicken Anzug oder in Badekleidung am Strand geben.

Nice to know: Man kann sich auch am Christopher Street Day, ein Gedenk- und Demonstrationstag für die LGBTIQ-Community, trauen lassen. Lesbische Paare – und natürlich auch Schwule – können sich einerseits am Standesamt verheiraten lassen, manchmal feiern homosexuelle Paare am Christopher Street Day aber auch eine symbolische Eheschließung.

Die Hochzeitsfeier

Gleichgeschlechtlich zu heiraten heißt nicht, dass Sie auf etwas verzichten müssen. Die Eheschließung und Heirat kann genauso pompös oder schlicht ausfallen wie auch bei Heterosexuellen. Wichtig ist schlicht und einfach, dass Sie und Ihre Frau sich auf Ihrer gleichgeschlechtlichen Hochzeit wohlfühlen.

Sie wollen Symbole der LGBTIQ-Gemeinschaft bei der Feier einbauen? Das ist natürlich möglich! Die allseits bekannte Regenbogenflagge können Sie beispielsweise in Ihrem Blumenstrauß aufgreifen. Früher – und teilweise noch heute – waren auch Veilchen ein gerne verwendetes Symbol für Lesben. Veilchen können nicht nur in eine Blumenkrone eingebaut werden, sondern auch als Tischdekoration oder als Farbmotto verwendet werden. Ein wiederkehrendes Symbol ist außerdem ganz klar das Herz. Wichtig ist, dass Ihre Braut und Sie den Tag für sich persönlich schön gestalten.

Romantisch wird es natürlich mit einem Hochzeitstanz zu einem Lied, das Ihnen und Ihrer Freundin etwas bedeutet. Lief vielleicht bei Ihrem Kennenlernen ein besonderer Song im Radio? Zeigen Sie Ihre Liebe und legen gemeinsam eine heiße Sohle aufs Parkett!

Nach der lesbischen Hochzeit

Das Gesetz besagt, dass nach Ihrer lesbischen Hochzeit eine Heiratsurkunde ausgestellt werden muss. Falls Sie einen längeren Aufenthalt im Ausland planen, brauchen Sie eine internationale Heiratsurkunde, die in verschiedene Sprachen übersetzt wird.

Nach Ihrer lesbischen Hochzeit haben Sie die Chance, die Kinder Ihrer Frau zu adoptieren – und umgekehrt. Mit einer Lebenspartnerschaft oder einer gleichgeschlechtlichen Ehe erhöhen Sie außerdem die Wahrscheinlichkeit, für eine Fremdadoption ausgewählt zu werden. Sie haben anderseits natürlich auch die Möglichkeit sich Ihren Wunsch nach einem Kind mit Hilfe reproduktionsmedizinischer Methoden für lesbische Paare zu erfüllen.

Aber was Sie auch als gleichgeschlechtliches Paar niemals vergessen dürfen: den Hochzeitstag. Da die gleichgeschlechtliche Ehe in Deutschland erst seit 2017 erlaubt ist, können die ersten gleichgeschlechtlichen Paare im Jahr 2019 die Baumwoll-Hochzeit feiern. Nach der Tradition heißt es, dass man den Partnern und -falls vorhanden – eigenen Kindern zu diesem Jubiläum etwas Praktisches schenken soll.

 

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