D·I·R Jahrbuch 2016

Das Deutsche IVF-Register (D·I·R) veröffentlicht jährlich eine Auswertung mit aktuellen Erkenntnissen, Trends und Analysen aus 134 Kinderwunschzentren in Deutschland. Seit 1982 werden die von den reproduktionsmedizinischen Einrichtungen gelieferten Daten im Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers zusammengestellt.

Die Auswertungen sind von großem Wert für Reproduktionsmediziner, Behörden und die Öffentlichkeit. Kosten und Aufwand werden seit Anbeginn des Registers ausschließlich von Ärzten und Kliniken getragen.

Im aktuellen Jahrbuch (Download) des IVF-Registers 2016 wurden wiederum viele Fakten und Zahlen zur Entwicklung der Kinderwunschmedizin in Deutschland zusammengetragen.

Die veröffentlichten Informationen sind nicht nur für das Fachpublikum interessant, sondern auch für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, die sich zu Kinderwunschzentren, Behandlungsmethoden und Erfolgsquoten informieren möchten. Auch wenn leider keine Einzelauswertungen zu Kliniken im Jahrbuch veröffentlich werden, sind die Ergebnisse gleichwohl sehr interessant.

Für alle, die sich nicht in den umfangreichen Auswertungen verlieren möchten, gibt es Informationen für die Öffentlichkeit kurz und knapp zusammengefasst. Im Jahrbuch finden sich zudem die Kontaktdaten aller Klinken und Ärzte, die Mitglied des Deutschen IVF-Registers sind.

Im folgenden sind interessante Zahlen aus den 134 Kinderwunschzentren des (D·I·R) zusammengefasst.

Ergebnisse im Überblick

  • Im Jahr 2015 wurden in den Kinderwunschzentren insgesamt 64.831 IVF- oder ICSI-Behandlungen durchgeführt. Bei 32,2% der Behandlungen kam es zu einer Schwangerschaft.
  • 75% dieser Schwangerschaften führten auch zu einer Geburt, bei 20% kam es zu einer Fehlgeburt.
  • Von den mittels künstlicher Befruchtung geborenen Kinder waren 78% Einlinge, 21% Zwillinge und 0,6% Drillinge.
  • Erstmals wurden im Jahr 2015 mehr als 20.000 Kinder nach einer Befruchtung im Reagenzglas geboren.
  • Weltweit wurden bislang über 5 Millionen Kinder mit Hilfe der künstlichen Befruchtung geboren.
  • Beinahe 3% aller lebend geborenen Kinder des Jahres 2015 wurden in Deutschland nach einer Befruchtung außerhalb des Körpers der Mutter geboren.
  • Statistisch gesehen sitzt in jeder großen Schulklasse ein Kind, das sein Leben der Kinderwunschmedizin verdankt.
  • Bei einem Embryotransfer liegt die Schwangerschaftsquote für eine 35-jährige Frau bei 36%. Eine 40-jährige Patientin kann mit einer Schwangerschaftsrate von 25% pro Transfer rechnen. Die Abnahme der Fruchtbarkeit im Alter zeigt sich bei den Geburtenraten, die bei einer 35-jährigen Patientin bei 27% liegen und bei einer 44-jährigen Patientin nur noch bei 3,2% pro Embryotransfer. Gleichermaßen steigt mit zunehmendem Alter die Fehlgeburtenrate stark an (Bei Frauen über 40 Jahren enden über 32% der Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt).
  • Das Durchschnittsalter der Frauen, die sich mit künstlicher Befruchtung behandeln lassen, ist von 35,2 Jahren in 2015 auf 35,5 Jahre in 2016 gestiegen.
  • Das Durchschnittsalter der Männer dagegen liegt gleichbleibend bei 38,7 Jahren.
  • Die Kinderlosenquote bei 50-jährigen beträgt in Deutschland 20,8%. Das durchschnittliche Alter einer Mutter beim ersten Kind lag 2015 bei 29,5 Jahren. Die Kinderlosenquote ist in Deutschland innerhalb der letzten Jahren nicht mehr angestiegen.

Über das Deutsche IVF-Register

Das Deutsche IVF-Register unterstützt Wissenschaft und Forschung auf dem sich schnell entwickelnden Gebiet der Reproduktionsmedizin und -biologie in Deutschland, Europa und der Welt. Die Aufgaben des Deutschen IVF-Registers sind vielfältig und haben sich seit der Gründung des Registers im Jahr 1982 sehr stark gewandelt – so wie das Gebiet der humanen Reproduktionsmedizin insgesamt.