Eine US-amerikanische Studie gibt Aufschluss über Einflussfaktoren für Erfolgswahrscheinlichkeiten bei IVF-Verfahren in Abhängigkeit von demografischen Merkmalen.

Als Basis der Auswertung diente eine Befragung unter 1.123 Kinderwunsch-Patientinnen. Die Frauen hatten sich in den letzten Jahren in den USA einer Behandlung zur künstlichen Befruchtung unterzogen.

Im Ergebnis verzeichneten Patientinnen, die über mehr als US$ 99.000 Haushaltseinkommen verfügten, eine um 80% höhere Erfolgswahrscheinlichkeit als Patientinnen mit geringerem Einkommen. Frauen mit höherem Einkommen unterzogen sich im Durchschnitt 21% mehr Behandlungszyklen.

Teilnehmerinnen der Studie, die zur Berufsgruppe der „Lehrerinnen“ gehörten, registrierten eine sechsfach höhere Erfolgswahrscheinlichkeit gegenüber der Kontrollgruppe, Teilnehmerinnen aus „Verkauf, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit“ verzeichneten eine zweifach höhere Erfolgsrate.

Dagegen schien die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche künstliche Befruchtung bei Frauen aus klassischen Männerberufen (z.B. Investment Banking oder Igeniereurwesen) um 60% geringer im Vergleich zur Kontrollgruppe (hier wurde jedoch keine statistische Signifikanz erreicht).

Zudem wiesen Patientinnen mit höherem Bildungsniveau bessere Behandlungserfolge auf. Der Zusammenhang existiert allerdings nicht mehr ab der Erreichung eines Bachelor-Abschlusses.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Frauen, die sich in den Vereinigten Staaten einer IVF-Behandlung unterziehen, unterschiedliche Erfolgschancen erzielen, die mit ihrem Einkommen oder der Fähigkeit, sich zusätzliche Behandlungszyklen leisten zu können, korrelieren. Zudem scheinen Beruf und Ausbildung von Patientinnen statistisch den Erfolg bei Kinderwunsch-Behandlungen zu beeinflussen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass zumindest der Zusammenhang zwischen hohem Einkommen und Erfolgswahrscheinlichkeit einer künstlichen Befruchtung auch in Deutschland besteht. So übernehmen gesetzliche Krankenkassen nur für die ersten drei Behandlungsversuche einen Teil der Kosten. Andererseits steigt natürlich mit zunehmenden Versuchen die Wahrscheinlichkeit auf ein Baby.

 

Quelle:
LEVEL. J. Anderson D. Anderson-Bialis. FertilityIQ, San Francisco, CA.
Elsevier