Mia S. (Name von der Redaktion geändert) war 24 Jahre alt, als der Kinderwunsch zum ersten Mal Thema in der Partnerschaft war. Mit der Schwangerschaft lief aufgrund der PCOS Vorgeschichte nicht gleich alles so, wie es sollte. Im folgenden lesen Sie ihre Geschichte:

„Mir war seit meiner Diagnose PCOS mit 18 Jahren klar, dass es nicht (direkt) mit dem Baby klappen wird. Ich habe meinen Partner damals auch sehr schnell eingeweiht. Das PCO Syndrom ist bekanntlich einer der häufigsten Gründe, warum Frauen keine Kinder bekommen können, bzw. nur mit erheblichen Schwierigkeiten.

Wir waren auch in einer Kinderwunschklinik um uns zu informieren, weil ich davon ausgegangen bin, dass es nicht auf natürlichem Wege klappen wird. Dort habe ich mich sehr wohl und auch verstanden gefühlt.

In der Zeit des unerfüllten Kinderwunsches hatte ich Angst, dass ich meinen Mann die Möglichkeit nehme, Vater zu werden. Ich habe außerdem befürchtet, dass alle meine Freundinnen und Bekannten schwanger werden und eine glückliche Familie gründen und wir die einzigen sind, denen es verwehrt ist.

Einen konkreten Zeitpunkt zu dem wir unseren Kinderwunsch aufgegeben hätten, haben wir uns nie gesetzt – wir haben aber oft darüber gesprochen, was wir wohl machen würden, wenn es wirklich nicht klappt.

Innerhalb meiner Familie habe ich viel mit meiner Mutter gesprochen, die sich auch mit dem PCOS auskennt. Unsere Freunde haben dagegen immer nur gesagt, dass es sicher kein Problem sein wird und wir eh schwanger werden. Da war ansonsten wenig Verständnis.

Unser unerfüllter Kinderwunsch hat sich dann später wie durch ein Wunder auf natürliche Weise gelöst. Wir mussten nicht auf medizinische Hilfsmittel wie z.B. eine künstliche Befruchtung zurückgreifen. Ich habe keine Kinderwunschtees oder so etwas verwendet. Als Nahrungsergänzungsmittel habe ich einzig und allein das zyklusregulierende Gesdine (Clavella) und Mönchspfeffer genommen.

Mein Rat an alle Betroffenen: Niemals aufgeben, positiv denken und auch mal abschalten. Gebt dem Körper Zeit, alles zu regeln. So hat es bei uns noch auf natürliche Weise geklappt mit dem Kinderwunsch.“

Laut PCOS Selbsthilfe Deutschland e.V. tritt das Polyzystische Ovarsyndrom bei etwa 5-10% der geschlechtsreifen Frauen auf. Ca. 1 Million sind betroffen. Die Krankheit beginnt typischerweise zwischen dem 15 und 25 Lebensjahr. Mit dem PCOS kommt es zu Zyklusstörungen. Weitere Symptome sind ein männlicher Behaarungstyp, Akne oder Haarausfall und/oder eine Erhöhung der männlichen Geschlechtshormone im Blut der Frau.

 

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