Die Amerikanische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (ACOG) empfiehlt nun offiziell, dass Frauen, bei denen ein Risiko besteht, ein vorzeitiges Versagen ihrer Eierstocksfunktion zu erleiden, das Einfrieren ihrer Eizellen angeboten werden sollte.

Durch die rasche technische Entwicklung des Einfrierens von Eizellen in den letzten Jahren, insbesondere durch die sogenannte „Vitrifikation“, wurde die Wahrscheinlichkeit einer folgenden Schwangerschaft stark erhöht. Mittlerweile ist ein Punkt erreicht, dass dieses Verfahren nicht mehr als experimentell angesehen werden sollte. Das Einfrieren von befruchteten Eizellen ist seit längerer Zeit etabliert. Nun hat die ACOG eine offizielle Empfehlung heraus gegeben, dass Frauen, die jünger als 35 Jahre alt sind das Einfrieren von Eizellen als Alternative zum Einfrieren von Embryonen beispielsweise vor einer geplanten Chemotherapie oder Bestrahlung des Beckens angeboten werden sollte. Dies gilt auch für Frauen mit genetischen Erkrankungen, wie z.B. mit dem Fragilen-X-Syndrom oder mit Mosaiken für eine Monosomie X, die ein hohes Risiko tragen frühzeitig in die Wechseljahre zu kommen.

In guten Kinderwunschzentren sind die Befruchtungsraten und Schwangerschaftsraten bei eingefrorenen und frischen Eizellen nach ICSI Behandlung vergleichbar. Das wichtigste Kriterium für eine erfolgreiche Behandlung ist das Alter der Frau beim Einfrieren der Eizellen.

Es gibt keinerlei Hinweise, dass, im Vergleich zu anderen Methoden der Kinderwunschbehandlung, ein höheres kindliches Fehlbildungsrisiko besteht. Auch wenn diese Daten noch vorsichtig interpretiert werden müssen, da bislang noch keine große Zahl von Schwangerschaften nach Befruchtung von eingefrorenen Eizellen vorliegt.

Obwohl das Einfrieren von Eizellen auch eine attraktive Möglichkeit für Frauen ist, die aus „sozialen“ Gründen den Kinderwunsch aufschieben möchten, das sogenannte „Social freezing“, kann dieses Vorgehen momentan aufgrund des Mangels an Daten über die Sicherheit und Erfolg nicht offiziell empfohlen werden

 

Quelle:
Committee on Gynecologic Practice.Committee Opinion No. 584: Oocyte Cryopreservation. Obstet Gynecol 2014 Jan; 123:221.