Die Mundgesundheit hat Einfluss auf Schwangerschaft und das ungeborene Baby. Bei einer Entzündung des Gewebes, das die Zähne unmittelbar umgibt, wird von Parodontose, oder auch Parodontitis gesprochen. Die bei der Parodontose entstehenden Bakterien können der Grund für Unfruchtbarkeit sein.

In einer finnischen Studie, an der 256 Frauen im Alter von 19 bis 42 Jahren mit Kinderwunsch teilnahmen, wurde über den Zeitraum von einem Jahr die Wirkung von Parodontitisbakterien auf die Schwangerschaft untersucht. Bekannte Risikofaktoren wie Alter, Rauchen oder andere Erkrankungen wurden als Grund für den unerfüllten Kinderwunsch ausgeschlossen.

In der Studie wurde festgestellt, dass jene Frauen, die innerhalb des einen Jahres nicht schwanger wurden, eine relativ höhere Konzentration der Bakterien aufwiesen, die im Zusammenhang mit Paradontose stehen. Die Wahrscheinlichkeit nicht schwanger zu werden, war bei diesen Frauen 3x höher, als bei den anderen Probandinnen. Je stärker die Paradontose fortgeschritten war, desto geringer die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden.

Parodontitis kann also mit hoher Wahrscheinlichkeit Einfluss auf den Kinderwunsch haben. In weiteren Studien soll geklärt werden wie die verschiedenen Wirkungsmechanismen genau zusammenhängen.

Es zeigt sich, wie wichtig die richtige Mundpflege und der regelmäßige Zahnarztbesuch auch schon vor der Schwangerschaft sind. Auch für die Prävention von Karies bei geborenen Kindern ist eine gute Zahnpflege unerlässlich.

In einer Studie australischer Reproduktionsmediziner mit 3.700 Teilnehmern konnte weiterhin nachgewiesen werden, dass Parodontose auch einen Einfluss auf die Dauer der Schwangerschaft hat. So brauchen Frauen mit Zahnfleischerkrankungen gegenüber gesunden Frauen durchschnittlich 42 Prozent mehr Zeit bis zur Schwangerschaft.

Einen Zusammenhang zwischen der Mundgesundheit und Frühgeburten wiesen Zahnmediziner von der University of Pennsylvania in einer Vergleichsstudie mit knapp 900 Schwangeren nach. Eine rechtzeitige zahnmedizinische Behandlung kann das Frühgeburtenrisiko demnach für schwangere Frauen senken. Die Forscher stellten ein etwa dreifach erhöhtes Frühgeburten-Risiko für Parodontitis-Patientinnen fest.

Internationale Studien belegen zudem, dass weniger kariesauslösende Bakterien im Mund der Mutter auch weniger Bakterienübertragung auf das Kind bedeuten. Eine geringere Bakterienbesiedlung im Kindermund verringert das Risiko für Karies.

Während der Schwangerschaft kann so bereits der Grundstein für die Mundgesundheit des Kindes gelegt werden. Da kariesverursachende Bakterien mit dem Speichel der Eltern, durch Küsse, Schnuller ablecken etc. auf das Kleinkind übertragen werden können.

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