Autisten haben Probleme mit der sozialen Interaktion. Es fällt ihnen z.B. schwer, Beziehungen mit anderen Menschen aufzubauen. Die Persönlichkeiten autistischer Menschen sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Manche sprechen nicht und verhalten sich sehr auffällig, andere wirken wie typische Nerds und sind nicht gleich als autistisch erkennbar.

Da mehr Männer als Frauen an Autismus erkranken, untersuchte eine Forschergruppe um Baron-Cohen, ob Steroidhormone, also Hormone zu denen zum Beispiel die männlichen und weiblichen Hormone und Cortisol gehören, einen Einfluss auf die fetale Entwicklung des Gehirns haben.

Hierzu untersuchten sie das Fruchtwasser von 128 später an Autismus erkrankten Jungen und verglichen sie mit über 200 passenden gesunden Kontrollen aus einem Kollektiv von fast 20000 Kindern, bei denen zwischen 1993 und 1999 Fruchtwasser untersucht worden war. Es fanden sich nur 24 Mädchen mit Autismus in diesem Kollektiv.

Interessanterweise hatten diese Mädchen signifikant ältere Väter und waren leichter bei der Geburt. Wegen der geringen Anzahl und genannten Unterschiede wurden nur die Hormonkonzentration im Fruchtwasser der Jungen untersucht.

Cortisol und andere Steroidhormone waren bei den an Autismus erkrankten Kindern deutlich höher. Die Autoren diskutieren unter anderem, ob hier Cortisol, als Marker für pränatalen Stress, relevant ist.

 

Quelle:
Baron-Cohen S, Auyeung B, Nørgaard-Pedersen B, Hougaard DM, Abdallah MW, Melgaard L, Cohen AS, Chakrabarti B, Ruta L, Lombardo MV. Elevated fetal steroidogenic activity in autism. Mol Psychiatry. 2014 Jun 3. doi: 10.1038/mp.2014.48. [Epub ahead of print]

 

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