Eine Schwangerschaft kann für Frauen zur großen Überraschung werden, wenn sie in den ersten Wochen nichts davon bemerkt haben. Erst der Arztbesuch oder ein positiver Schwangerschaftstest führen zu der Erkenntnis, dass die Schwangerschaft schon sehr weit fortgeschritten ist. Im Nachhinein fragt man sich dann, „wieso habe ich das nicht gemerkt?“.

Die folgenden Anzeichen können auf eine Schwangerschaft in früher Phase hindeuten:

Eine ausbleibende oder veränderte Regelblutung

Das Ausbleiben der Periode ist der wichtigste Grund dafür, einen Schwangerschaftstest zu machen. Der Eintritt der Schwangerschaft kann dann bereits einige Wochen zurückliegen.

Es kann allerdings auch bei einer Schwangerschaft zu Schmierblutungen kommen, die mit der Regel verwechselt werden. Die Farbe der Blutung ist dann jedoch etwas heller und auch die Stärke ist verändert.

Übelkeit

Die Morgenübelkeit ist ein weiteres Signal für eine Schwangerschaft. Sie ist im Gegensatz zu anderen Übelkeiten von längerer Dauer.

Das Gefühl von Unwohlsein in der Magengegend muss nicht zwangsweise morgens eintreten, sondern es kann auch tagsüber sein. Die Übelkeit kann in einigen Fällen auch zu Erbrechen führen.

Grund für das unwohle Gefühl ist, dass der Geruchs- und Geschmackssinn durch die Schwangerschaft hormonell bedingt stärker wird. Auch Änderungen in der geschmacklichen Wahrnehmung sind möglich: Dinge, die früher jeden Tag auf der Speisekarte standen, können nun Ekel oder Brechreiz bei der Frau auslösen.

Auch besteht häufig Heißhunger auf Süßigkeiten oder neue Lebensmittel, die sonst eher weniger konsumiert wurden. Die Schwangerschaft ist sehr anstrengend für den Körper ist. Der Körper verändert sich und bereitet sich darauf vor, ein Kind im Mutterleib zu versorgen. Also benötigt er schnell zusätzliche Energie, die er beispielsweise in Form von Süßigkeiten bekommt.

Spannen in der Brust

Häufig ist auch ein Spannen oder Ziehen in der Brust ein Anzeichen für die Schwangerschaft. Der Körper bereitet sich darauf vor, bald ein Kind zu stillen. Die Milchdrüsen verändern sich und werden durch eine gesteigerte Hormonproduktion zum Wachsen angeregt.

Auch die Farbe der Brustwarzen kann sich verändern. In der Regel werden sie dunkler und bräunlich. Weiterhin kann es sein, dass die Brüste übermäßig empfindlich auf Berührungen reagieren. Auch das liegt an den zusätzlichen Hormonen, die der Körper während der Schwangerschaft produziert.

Stimmungsschwankungen

Frauen können in der beginnende Schwangerschaft deutlich emotionaler und in der einen oder anderen Situation extremer als normalerweise reagieren. Es kommt zu Stimmungsschwankungen, ähnlich wie zu Beginn einer Periode.

Die verspürten Emotionen und Gefühle können sich im nächsten Moment gleich wieder ändern. Verantwortlich sind die hormonellen Veränderungen des Körpers.

Verstärkter Harndrang

Während der ersten Wochen nach einer Empfängnis kann die Frau verstärkten Harndrang verspüren. Auch hier sind Hormone der Auslöser: Das Sexualhormon Progesteron wird während der Schwangerschaft vermehrt produziert, in der Folge entspannt sich auch die Blasenmuskulatur mehr als üblich.

Eine andere Ursache für den Harndrang ist die verstärkte Durchblutung, die wiederum die Nierentätigkeit anregt. Dadurch wird mehr Urin produziert, was zu häufigeren Toilettengängen führen kann.

Im Laufe der Schwangerschaft kann der verstärkte Harndrang auch durch den Druck des Uterus auf die Blase verursacht werden. Das Kind wächst und somit wird dieser Druck während der Schwangerschaft immer stärker.

Müdigkeit und Erschöpfung

Ein weiteres Anzeichen für eine Schwangerschaft ist das verstärkte Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung. Grund ist eine Anämie, also zunehmende Blutarmut. Durch die hormonelle Umstellung arbeitet der Körper viel intensiver als sonst.

Am Ende des Tages sind Frauen dann deutlich erschöpfter und fühlen sich komplett ausgelastet. Besonders die verstärkte Durchblutung der Plazenta, welche auf die Versorgung und Beschützung des Kindes vorbereitet wird, benötigt sehr viel Energie.

Durchfall

Innerhalb der ersten Tage oder Wochen der Schwangerschaft kann es in einigen Fällen verstärkt zu Durchfall kommen. Grund hierfür ist das veränderte Essverhalten. In der Folge ist der Magen-Darm-Trakt gereizt.

Der Körper muss nun Dinge verdauen, die er vorher nicht zu sich genommen hat. Besonders bei Frauen, die sonst empfindlich auf Gewürze oder besondere Produktarten reagieren, kann die veränderte Ernährung zu Diarrhö führen.

Erhöhte Basaltemperatur

Die Körpertemperatur der Frau verändert sich nicht nur im Laufe ihres Zyklus, sondern auch sobald sie schwanger ist. Wie auch kurz vor der Periode sinkt die Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) der Frau, welche mithilfe eines Zyklustrackers gemessen werden kann.

Wenn eine Frau schwanger ist, bleibt diese Temperatur hoch. Somit kann mit Hilfe der Tracker schon etwa zwei Wochen nach Eintritt der Schwangerschaft weitgehende Sicherheit erhalten werden.

Im Laufe der Zeit können weitere Anzeichen auftreten, wie zum Beispiel die Linea nigra (dunkelbraune Linie, welche auf dem unteren Bauch der Schwangeren erscheint). Sollte beim einem Arztbesuch festgestellt werden, dass das Hormon hCG im Blut nachweisbar ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft äußerst hoch.

Bei Paaren, die versuchen schwanger zu werden, können die oben genannten Anzeichen häufig schon innerhalb der ersten Wochen Klarheit bringen. Doch jede Schwangerschaft kann ihre eigenen Begleiterscheinungen haben. Auf jeden Fall ratsam ist der Besuch beim Frauenarzt, der oftmals Sicherheit bzgl. der Symptome geben kann.