Die Bechermethode kann Menschen mit Kinderwunsch helfen, die auf natürlichem Wege kaum schwanger werden können. Etwa weil es beim Geschlechtsverkehr zu Problemen kommt, weil sie lesbisch sind oder weil es gerade keinen Partner in ihrem Leben gibt.

Mit den Spermien eines ausgewählten Spenders kann die Bechermethode zu einer erfolgreichen Befruchtung führen.

Dieser Artikel gibt einen Überblick, was Sie bei Kinderwunsch über das Verfahren wissen sollten, wie die Chancen auf ein Kind damit stehen und wie die Bechermethode im Detail funktioniert.

Wie funktioniert die Befruchtung mit der Bechermethode?

Die Bechermethode ist eine Art der künstlichen Befruchtung mittels Insemination bei Kinderwunsch. Sie wird auch Heiminsemination oder Selbstinsemination genannt.

Grundsätzlich ist sie eine natürliche – und günstige – Alternative zur In-Vitro-Fertilisation. Günstig, weil nicht unbedingt eine Kinderwunschklinik oder ein Mediziner für diese Art der künstlichen Befruchtung benötigt wird. Die Erfahrungen zeigen, dass die Methode zum richtigen Zeitpunkt auch medizinisch unbetreut im eigenen Zuhause durchgeführt werden kann.

Zunächst wird dabei männliches Ejakulat durch Masturbation gewonnen. Das Sperma wird zumeist in einem Becher aufbewahrt – daher kommt also der Name der Befruchtungsmethode.

In einer entspannten Situation saugt man das Sperma mit einer Spritze aus dem Becher auf und kann es direkt in die Vagina einspritzen. Einige Frauen verwenden für den Versuch eine Menstruationstasse oder ein Diaphragma, um die Samenspende möglichst lang in der Nähe des Muttermunds zu behalten.


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Es hilft den Spermien schnell zur Eizelle zu kommen, indem man sich rund dreißig Minuten auf dem Rücken legt und die Beine hochlagert.

Noch leichter haben es die Spermien, wenn die Frau erregt wird. So können die innerlichen Kontraktionen, die bei einem Orgasmus auftreten, Eizelle und Spermium schnell zusammenbringen.

Sex wäre zwar kontraproduktiv, weil so nach der Insemination die Samenzellen wieder aus dem Körper gelangen könnten. Aber äußerliche Stimulation ist auf jeden Fall sinnvoll. Man kann sich bei fehlendem Partner auch selbst stimulieren und die Bewegung der Flüssigkeiten im Körper anregen.

Der Samenspender und die -empfängerin entscheiden, ob sie die Samen gleich frisch oder aufgetaut aus der Kryokonservierung verwenden. Wenn alles gut geht, kommt es zur Befruchtung und die Frau kann schwanger werden.

Was sollten Sie beachten?

Es gibt einige Punkte, die vor dem ersten Versuch unbedingt beachtet werden sollten, damit das Ergebnis der Behandlung hoffentlich positiv ausfällt.

Die Heiminsemination kann nur erfolgreich sein, wenn der Frau der Verlauf ihres eigenen Zyklus und der Zeitpunkt des Eisprungs bekannt ist. Das ist so wichtig, weil Frauen nur zwischen fünf und sieben Tagen pro Monat überhaupt schwanger werden können.

Für die genaue Beobachtung des Zyklus kann ein Zykluscomputer eine gute Unterstützung sein. Mit diesem wird die Basaltemperatur des Körpers beobachtet. Sie steigt zum Zeitpunkt des Eisprungs durchschnittlich um etwa 0,25 Grad an. Zur weiteren Überprüfung dienen Ovulationstests, die täglich angewendet werden können.

Zur Stabilisation des Zyklus und zur Stärkung des Eisprungs können Frauen auf Hilfsmittel wie Himbeerblättertee oder Mönchspfeffer zurückgreifen.

Damit die Samenflüssigkeit leichter durch den Zervixschleim in die Gebärmutter gelangen zu lassen, nehmen manche Frauen schon einige Wochen vor Beginn der Methode regelmäßig einen Hustensaft ein. Das soll nicht nur Schleim in der Lunge lösen, sondern auch die Konsistenz des Zervixschleims verbessern und für die künstliche Befruchtung vorbereiten.

Eine gesonderte Genehmigung ist für die Bechermethode nicht erforderlich. Zwar sollte der Geber des Spermas unbedingt davon wissen, rechtlich gesehen ist jedoch alles unbedenklich und die Behandlung bleibt privat.

Für wen ist die Methode geeignet?

Gerade unter homosexuellen Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch ist die Methode weit verbreitet. Lesbische Paare müssen sich beispielsweise „nur“ einen Samenspender – privat oder über eine Kinderwunschklinik – suchen und können die Insemination mit dem Sperma des Spenders einfach zuhause durchführen.

Somit ist die Technik auch für Menschen geeignet, die das Thema Co-Parenting bzw. Co-Elternschaft über eine private Samenspende in ihrem Leben anstreben. Frauenpaare können so zum Beispiel auch nach der Insemination ein Kind mit einem Männerpaar bekommen.

Den Versuch mit der natürlichen Methode wagen auch alleinstehende Frauen gemeinsam mit einem Spender. Auch heterosexuelle Paare, bei denen die Befruchtung auf natürlichem Weg nicht möglich ist, können mit der Insemination zuhause Erfolg haben. Zum Beispiel auch dann, wenn Paare bewusst oder aus Krankheitsgründen keinen Geschlechtsverkehr haben.

Genauso kann ein frühzeitiger oder verspäteter Eisprung die Zeugung eines Kinds verhindern. Eine terminierte Insemination mit den Spermien kann in diesem Fall als Methode der künstlichen Befruchtung die Chance auf eine Schwangerschaft stark erhöhen.

Ob die Selbstinsemination für die eigene Situation geeignet ist, erfährt man am besten im Gespräch mit dem Arzt. Gerade bei einem seit längeren unerfüllten Kinderwunsch kann die ausbleibende Schwangerschaft organische Ursachen bei Frau oder Mann haben.

Wie stehen die Chancen für eine Schwangerschaft?

Es gibt bisher keine aussagekräftigen Studien, die den Beitrag der Bechermethode für eine Schwangerschaft ausreichend belegen. Es darf davon ausgegangen werden, dass diese Art der künstlichen Befruchtung eine Frau genauso sicher schwanger werden lässt wie der klassische Geschlechtsverkehr.

Für heterosexuelle Paare, die einen seit langer Zeit unerfüllten Kinderwunsch haben, kommen eher komplexere, medizinische Behandlungsmethoden der künstlichen Befruchtung infrage.

Sicher ist, dass die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden geringer ist, wenn die Samen nicht frisch eingeführt werden. Ihre Geschwindigkeit ist dann nach dem Auftauen vermindert und sie erreichen die Gebärmutter deutlich langsamer.

Das Risiko für einen Fehlversuch steigt mit dem Alter der Spermien. Es geht zusätzlich mit der allgemeinen Gesundheit des Spenders einher.

Sofern auf einen privaten Spender zurückgegriffen wird, sollte der Mann sich vor dem Versuch einer medizinischen Voruntersuchung unterziehen. Das kann bei einem Allgemeinmediziner oder in einer Kinderwunschklinik passieren und ebnet den Weg zu einem gesunden Baby. Um als Mann in eine Samenbank aufgenommen zu werden, ist die Untersuchung verpflichtend.

Ein erhöhtes Risiko für eine Mehrlingsschwangerschaft besteht trotz der Befruchtung mit dem Becher oder der Spritze nicht.

 

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