Die biochemische Schwangerschaft

Bei einer biochemischen Schwangerschaft ist der Schwangerschaftstest positiv. Die Schwangerschaft befindet sich allerdings in einem so frühen Stadium, dass im Ultraschall noch kein Kind zu sehen ist.

Bei dem Test im Urin oder im Blut wird das Schwangerschaftshormon hCG lediglich auf biochemischer Ebene nachgewiesen. In den ersten vier Wochen zeigt die Schwangerschaft kaum Symptome, aber das hCG steigt bereits an. Die Schwangerschaft wird in der Regel nur bemerkt, wenn akuter Kinderwunsch besteht.

Der Begriff der biochemischen SS wird insbesondere von Medizinern benutzt. Der Arzt würde nach einem positiven Schwangerschaftstest mittels Ultraschall oder einem erneuten Test die Schwangerschaft bestätigen.

Sobald im Ultraschall das Kind zu sehen ist, handelt es sich um eine klinische Schwangerschaft. Wenn eine Ultraschalluntersuchung oder ein weiterer Schwangerschaftstest negativ ausfallen, also nicht zeigen, dass die Frau noch schwanger ist, hat eine sehr frühe Fehlgeburt stattgefunden.

Der Begriff der biochemischen Schwangerschaft ist also nicht mit einer Fehlgeburt gleichzusetzen. In den ersten Wochen ist eine biochemische Schwangerschaft ganz normal, sie sollte dann nur eben irgendwann zu einer klinischen werden.

Biochemische Schwangerschaft und Fehlgeburt

Statistiken zur Häufigkeit von Fehlgeburten nach biochemischen Schwangerschaften sind kaum zu finden. Das liegt vor allem daran, dass die wenigsten Frauen so früh schon wissen, dass sie schwanger sind. Eine solch frühe Fehlgeburt wird oft gar nicht bemerkt, sondern mit einer verspäteten Regelblutung verwechselt. Fest steht, dass über 75% aller Fehlgeburten biochemische SS waren. Woran liegt das?

Sobald die Eizelle nach dem Eisprung befruchtet wurde, wandert sie vom Eierstock zur Gebärmutter. Nach circa fünf Tagen kommt sie dort an, und es erfolgt die Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut. Ab diesem Zeitpunkt schüttet ein Teil des Embryos das Schwangerschaftshormon hCG aus. Der hCG-Wert wird bei einem Schwangerschaftstest im Urin oder Blut gemessen. Ab diesem Zeitpunkt kann ein Schwangerschaftstest positiv sein.

Im natürlichen Zyklus ist das allerdings erst Tag 16 – 18. Die Einnistung der Eizelle ist ein sehr komplexer und fehleranfälligen Vorgang. Entgegen der herrschenden Meinung sind Fehlbildungen und Defekte im Erbgut bei Embryonen sehr häufig.

Auch Eizellen und Samen sind häufig defekt. Der menschliche Körper sortiert die defekten Zellen aus. Das kann schon bei der Eizellreifung passieren oder bei der Befruchtung. Es funktioniert ohne Symptome und ohne unser Wissen. Hier liegt auch ein Grund dafür, dass es mit der Schwangerschaft nicht immer gleich beim ersten Mal klappt.

In einigen Fällen werden die defekten Zellen erst dann aussortiert, wenn die befruchtete Eizelle sich schon einnisten will. Dann wird der Embryo ausgestoßen, es kommt zum Abort und zur Blutung.

Das geht so schnell, dass die Blutung mit der regulären oder einer verspäteten Regelblutung verwechselt werden kann. Viele Frauen merken also überhaupt nicht, dass sie schwanger waren.

Die Untersuchung abgestoßener Embryonen zeigt, dass über 80% gravierende Schäden im Erbgut hatten. Das bedeutet, sie wären nie zu gesunden Babys herangewachsen.

Leider kann man aus medizinischer Sicht nicht wirklich viel tun, um eine Fehlgeburt zu verhindern. Im Rahmen der Kinderwunsch-Behandlung werden männliche Hormone – Progesterone – verwendet, um die Einnistung zu unterstützen.

Auf jeden Fall helfen gesunde Ernährung, Verzicht auf Zigaretten und Alkohol auf dem Weg zur gesunden Schwangerschaft und einem gesunden Kind.

Zu viel Sport, also Überanstrengung in den ersten Wochen, ist allerdings eine mögliche Ursache für eine Fehlgeburt. Deshalb wird auch nach einer künstlichen Befruchtung empfohlen, sich nicht zu überanstrengen.

Ganz wichtig ist es aber auch, Stress zu vermeiden. Stress ist nicht gut für den Körper und auch nicht für das Baby. Angst ist auch eine Form von Stress.

Machen Sie sich bei einem positiven Test im ersten Monat keine Sorgen. Wenn das Kind gesund ist, dann wird es zu einer intakten Schwangerschaft führen und zu einer normalen Geburt, an dessen Ende Sie Ihr Baby in den Armen halten können.

Biochemische Schwangerschaft und Kinderwunsch

Die meisten Frauen würden einen Schwangerschaftstest zu einem extrem frühen Zeitpunkt im Normalfall nicht machen. Wird die biochemische Schwangerschaft erkannt, haben Frauen also akuten Kinderwunsch oder sind in einer Kinderwunsch-Behandlung. Insbesondere nach einer künstlichen Befruchtung wird zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein Test gemacht.

Das bedeutet natürlich nicht, dass frühe Fehlgeburten nach künstlichen Befruchtungen häufiger vorkommen müssen. Die Schwangerschaften werden nur eben eher entdeckt.

Gerade bei unerfülltem Kinderwunsch kann es schwer sein, die Fehlgeburt-Diagnose im frühen Stadium der Schwangerschaft anzunehmen. Aber es gibt einen Grund dafür, dass es gleich in den ersten Wochen zu einer Fehlgeburt kam. Aus dem Embryo wäre leider nie ein gesundes Baby geworden.

Um die negativen Erfahrungen zu verarbeiten, braucht es Zeit und viele Gespräche. Im Rahmen einer Kinderwunsch-Behandlung kann eine psychologische Beratung hilfreich sein.

2-5% aller Frauen haben zweimal im Leben eine Fehlgeburt nach einer biochemischen Schwangerschaft. Das ist sehr häufig, und sagt nichts über die Fruchtbarkeit, oder über die Fähigkeit wieder schwanger zu werden, aus. Vielleicht führt schon der nächste Zyklus zum ersehnten Kind.

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Biochemische Schwangerschaft – Das sollten Sie wissen
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