Zwischen 1997 und 2014 wurden etwa 250.000 Kinder in Deutschland mittels künstlicher Befruchtung außerhalb des Körpers der Mutter geboren.

Die Anzahl der Kinderwunsch-Behandlungen in Deutschland hat sich laut Deutschem IVF-Register von rund 60.000 im Jahr 2004 auf mehr als 96.000 im Jahr 2015 entwickelt. Das entspricht einer Steigerung von 60%. Zu den Behandlungen zählen IVF, ICSI, Kryo sowie auch abgebrochene Behandlungen.

Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Adoptionsbewerbungen laut dem Statistischem Bundesamt von knapp 10.000 auf etwa 5.400 zurückgegangen.

Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Kinderwunsch-Behandlungen und Adoptionen. So könnte es sein, dass sich immer mehr zeugungsunfähige Paare mit Kinderwunsch für den Weg in das Kinderwunschzentrum entscheiden. Abgesichert durch Forschungsergebnisse ist der Zusammenhang indessen nicht.

Entwicklung Kinderwunschbehandlungen und Adoptionen in Deutschland

Grafik: Statista

Neben den Fortschritten in der Reproduktionsmedizin könnten weitere Gründe für den Rückgang von Adoptionen die Option einer Leihmutter (in Deutschland verboten) oder auch erleichterte Abtreibungen sein. Gleichwohl gibt es immer noch deutlich mehr Bewerber, als zur Adoption stehende Kinder.

Das starke Wachstum in der Reproduktionsmedizin mag damit begründet werden, dass Frauen sich zunehmend Zeit damit lassen, Kinder zu bekommen und eine Familie zu gründen. Ein wichtiger Grund dafür ist die berufliche Karriere. Im Alter nimmt die Fruchtbarkeit der Frau allerdings ab, und häufig bleiben nur die Methoden der Kinderwunsch-Medizin.

Gleichzeitig wünschen sich auch immer mehr gleichgeschlechtliche Paare ein Kind und nehmen eine Kinderwunsch-Behandlung in Anspruch. In Deutschland können sie dazu eine Samenspende nutzen.

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